Handwerk setzt auch auf politische Stabilität

Von: Gerhard Kluth
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Erfreuliche Zahlen, aber auch Mahnungen zum Jahreswechsel: Kreishandwerksmeister Herbert May zog eine gute Bilanz und setzt große Hoffnungen in das Jahr 2014. Foto: Kurt Bauer

Aachen. Auch wenn es nur nackte Zahlen waren, so klang das, was Kreishandwerksmeister Herbert May beim Empfang zum Jahreswechsel des Aachener Handwerks an Daten für die Städteregion bekanntgeben konnte, doch sehr beeindruckend.

Mehr als 5500 Handwerksbetriebe gibt es in der Städteregion, in denen über 43.000 Mitarbeiter in Lohn und Brot stehen und rund 4000 junge Menschen ausgebildet werden. Über 3,7 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften diese kleinen und mittelständischen Betriebe, die den insgesamt 26 Handwerksinnungen angehören und durch die Kreishandwerkerschaft Aachen vertreten werden.

Bevor May eine Bilanz des abgelaufenen Jahres ziehen und eine Aussicht auf 2014 geben konnte, begrüßte er einige Ehrengäste, darunter Oberbürgermeister Marcel Philipp und die stellvertretende Bürgermeisterin Karina Wahlen aus Stolberg. Auch die Kirche war durch Generalvikar Manfred von Holtum und Dompropst Helmut Poqué vertreten, ebenso wie die Bundeswehr, für die Brigadegeneral Michael Hochwart seine Aufwartung machte.

May betonte in seiner Ansprache, dass sowohl die öffentliche Hand, als auch die Kirchen und die Bundeswehr wichtige Auftraggeber für das Handwerk der Städteregion darstellen. Ihre Aufträge tragen wesentlich dazu bei, dass, laut einer Umfrage der Handwerkskammer, 84 Prozent der Betriebe für das Sommerhalbjahr 2013 gute bis befriedigende Geschäfte vermelden konnten.

Kompromisse gefragt

Deutliche Worte fand May in Richtung Politik, sowohl für die EU als auch für die deutsche Regierung. Die von der EU-Kommission geforderten Eingriffe in die deutsche Handwerksordnung lehnte er ab und unterstrich, dass gerade das deutsche System, in dem eine fundierte Berufsqualifikation garantiert ist, den besten Schutz gegen Arbeitslosigkeit darstelle. In Sachen Energiepolitik forderte May die steuerliche Absetzbarkeit von Gebäudesanierungen, anstatt sie in Zeiten ohnehin niedriger Zinsen mit zinsverbilligten Krediten der Kreditanstalt für Wiederaufbau zu unterstützen. Auf diesem Wege könnte das Investitionspotenzial alleine in Nordrhein-Westfalen verdreifacht werden.

Hoffnungsvoll stimme aus seiner Sicht die neue Situation in Berlin. Die große Koalition habe zwar im Bundestag, nicht jedoch im Bundesrat eine Mehrheit. Dies lasse darauf hoffen, dass sich daraus gesunde Kompromisse in der deutschen Politik ergäben. Alle Politiker mahnte er, die Finger von Steuer- und Abgabenerhöhungen zu lassen. Die Stimmung im Handwerk sei derzeit gut. Erhöhte Abgaben würden aber das Konsumklima verschlechtern und dadurch die Planungssicherheit der Handwerksbetriebe gefährden. Dadurch werde der wichtige Stabilisator des Wirtschaftswachstums, den die kleinen und mittelständischen Unternehmen im Handwerk darstellten, beschädigt.

Am Ende ehrte May den Geschäftsführer der Agit Aachen, Helmut Greif, für seine Verdienste um das Handwerk mit dem Ehrenkrug der Kreishandwerkerschaft Aachen und beendete den offiziellen Teil mit dem Traditionsgruß „Gott schütze das ehrbare Handwerk“.

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