Handlungskonzept: Jetzt geht es an die Integration

Von: Marie Eckert
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Aachen. Gut 2500 Flüchtlinge befinden sich momentan in städtischen Unterkünften, die meisten in Gemeinschaftseinrichtungen oder Einzelwohnungen.

Die Turnhallen sind weitestgehend freigegeben, lediglich die Duschen in der Turnhalle Königstraße werden von den Bewohnern der Beginenstraße genutzt, in der Turnhalle Bergstraße/Saarstraße gibt es Probleme mit der Lüftung. Im Moment wird für 2016 mit monatlich 3000 Menschen, die nach NRW kommen, gerechnet – das wären für Aachen wöchentlich 39, monatlich 170 Geflüchtete.

So ist der aktuelle Stand, den die Verwaltung im Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie jetzt vorgestellt hat. Rund 850 Plätze kommen in diesem Jahr dazu, unter anderem in Wohneinheiten auf dem ehemaligen Sportplatz Adenauerallee und im Objekt Tempelhofer Straße. Dafür fallen bis Ende des Jahres auch gut 400 bestehende Plätze weg, unter anderem im Objekt Süsterfeldstraße 99 und in der Schule Kirchberg 14. Die Gesamtkapazität zum Jahresende zählt knapp 3300 Plätze – nach der aktuellen Prognose fehlen dann ungefähr 270. Die könnten im Hauptschulgebäude Kronenberg, dem Objekt Nizzaallee und in Wohnmodulen entstehen.

Konkrete Bedarfe im Blick

Die Unterbringung von geflüchteten Menschen – das ist die erste Phase. Danach, so stellte Boris Linden (SPD) fest, beginnt erst die richtige Integrationsarbeit. Dazu legte die Verwaltung auf Antrag der großen Koalition einen Integrationsplan für Flüchtlinge beziehungsweise auf Antrag der Grünen niederschwellige Arbeitsmöglichkeiten für Asylbewerber vor.

Der Integrationsplan soll dabei mehr als ein Konzept sein – handfester, konkreter. Er umfasst die Betreuung, den Spracherwerb, Wohnraum sowie Arbeit und Beschäftigung. Dabei gibt er nicht nur den Sachstand wieder, sondern zeigt konkrete Handlungsbedarfe auf. Das sind zum Beispiel die gleichmäßige Verteilung von Flüchtlingen aufs Stadtgebiet, die Anpassung der pädagogischen Angebote für unbegleitete minderjährige Ausländer, mehr Sprachprogramme für Kinder und Erwachsene, der Ausbau von Kita-Plätzen oder eine schnelle Anerkennung von ausländischen Berufs- und Bildungsabschlüssen.

Die Vorlage der Verwaltung wurde fraktionsübergreifend gelobt. Leo Deumens (Die Linke) bezeichnete den Plan als „gute Grundlage für die weitere Integration“ und fügte hinzu: „2015 stand die Unterbringung im Mittelpunkt, jetzt ist es wichtig, die Integration in den Vordergrund zu rücken.“

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