Handel fürchtet Einbußen wegen der Umweltzone

Letzte Aktualisierung:
10705717.jpg
„Das war eine rein politische Entscheidung“: Manfred Piana. Foto: Jaspers

Aachen. Eines schickt Manfred Piana gleich einmal vorweg: Gegen ein vernünftiges Stadtklima hat natürlich auch der Einzelhandelsverband nichts einzuwenden. „Auch wir wollen in Aachen in einer guten Luft leben“, sagt der Verbandsgeschäftsführer. Aber dann kommt das große Aber...

Denn dass ausgerechnet eine grüne Umweltzone, wie sie auf Geheiß der Kölner Bezirksregierung nun endgültig ab 1. Februar nächsten Jahres eingerichtet werden soll, die Aachener Luft sauberer machen wird, daran hat Piana ganz große Zweifel – und liegt dabei auf einer Linie mit den Verantwortlichen der hiesigen Stadtverwaltung.

„In meinen Augen ist das eine rein politische Entscheidung“, sagt der Vertreter des Einzelhandels, „die vollkommen ignoriert, dass es neben plumpen Verboten auch nachhaltige und intelligente Lösungen geben kann.“ Ausdrücklich dankt Piana dabei insbesondere den Akteuren im städtischen Fachbereich Umwelt, „die alles versucht haben, andere Wege aufzuzeigen“ – auch wenn dies letztlich vergebens war.

Dass dafür nun unter anderem der Handel, aber auch Aachens Gastronomie die Zeche zahlen müssen, davon ist Piana überzeugt. „Das hat gravierende Folgen“, fürchtet er erhebliche Einbußen für die Aachener Geschäftswelt – auch wenn glücklicherweise das bevorstehende Weihnachtsgeschäft noch nicht tangiert werde.

Einen „großen Hemmschuh“ sieht der Verbandsgeschäftsführer insbesondere für den „kleinen Grenzverkehr“ – also für die ganz spontanen Besuche aus den Nachbarstaaten Belgien und Holland. „Wir rechnen damit, dass viele dieser spontanen Kurztrips – etwa für einen kurzen Einkauf oder zu einem Abendessen – künftig ausbleiben“, prophezeit Piana. Denn schließlich seien die meisten Menschen doch eher bequem: „Wenn man sich vorher noch umständlich eine Plakette besorgen muss, lässt man es dann doch schnell bleiben.“

Diesen „schweren Rückschritt für die Europastadt Aachen“ abzumildern, stelle die Stadtverwaltung nun vor eine riesige Aufgabe. Aus Sicht des Handels ist es dabei vor allem erforderlich, Alternativen zu überlegen, wo man die Umweltplakette auch außerhalb der behördlichen Öffnungszeiten erhalten kann: „Denn es kann ja nicht sein, dass auswärtige Besucher abends oder sonntags nicht spontan nach Aachen fahren können, weil sie nirgends mehr die Plakette erhalten.“

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert