Hand in Hand für die Gesundheit lernen

Von: Valerie Barsig
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Setzen auf Kooperation: (von links sitzend) Rolf-Leonhard Haugrund und Monsignore Heribert August (beide Stiftung Marienhospital), Hans Pontzen (Schulleiter Käthe-Kollwitz-Schule), (stehend v.l.) Bianca Böhme (Personalleiterin der Stiftung), Carmen Linn (Fachlehrerin), Frank Röhlings (Abteilungsleiter berufliches Gymnasium) sowie Schüler des ersten Jahrgangs des Beruflichen Gymnasiums für Gesundheit. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Jeff Aghanenues hat durch seine Mutter die ersten Erfahrungen im Gesundheitswesen gesammelt: Sie arbeitete als Krankenpflegerin, nahm ihn auch mal mit zu den Patienten. Inzwischen ist Jeff 20 Jahre alt und für ihn ist klar: Sein späterer Beruf soll ebenfalls in Richtung Gesundheit gehen.

Deshalb besucht er das Käthe-Kollwitz-Berufskolleg und besucht den Zweig „Gesundheit“, der im August ins Leben gerufen wurde.

Hier stehen neben Biologie, Mathe und Englisch auch die Fächer Gesundheit, Biochemie und Psychologie auf dem Programm. „Die Lehrer arbeiten Hand in Hand“, erzählt Jeff. „Das ist zum einen sehr erleichternd im Unterricht, zum anderen wird ein Gedankennetzwerk geschaffen.“ Gepaukt wird das Gesundheitswesen, das Gesundheitssystem, aber auch Statistik oder Vorgänge in Zellen – alles Dinge, die man auf einem normalen Gymnasium so nicht lernt.

Er und seine 23 anderen Mitschüler müssen mindestens zwei Praktika absolvieren – so steht es im Lehrplan. „Für uns war sofort klar: Solche Jugendliche sind für uns die Zukunft“, sagt Rolf-Leonhard Haugrund, Vorstand der Katholischen Stiftung Marienhospital. Daher bietet das Krankenhaus nun allen Schülern ein zweiwöchiges Praktikum.

Wer mag, kann in alle Fachkliniken schnuppern, die Krankenhausapotheke kennenlernen, in die Verwaltung oder die Reha-Klinik. „Das bedeutet eine ganze Menge mehr Arbeit für uns“, gibt Haugrund zu, „ist volkswirtschaftlich aber von enormem Nutzen.“ Nun wurde die Kooperationsvereinbarung zwischen dem Marienhospital und der Käthe-Kollwitz-Schule unterschrieben.

„Nur 15 Berufskollegs mit einem solchen Bildungsgang gibt es in NRW“, berichtet der Leiter der Käthe-Kollwitz-Schule, Hans Pontzen. „Im Moment sind wir noch in der Testphase, die geht fünf Jahre. In der Regel wird der Bildungsgang dann aber fortgeführt.“

Auch Monsignore Heribert August, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Marienhospital, blickt positiv in die Zukunft: „Ich wünsche mir eine lange und fruchtbare Zusammenarbeit.“ Junge Menschen, die sich um alte und kranke Menschen kümmerten, würden manchmal ganz besonderen Trost spenden. „Sie haben vielleicht auch die Zeit, sich mal länger zu jemandem ans Bett zu setzen“, hofft August.

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