Aachen - „Hamlet reloaded“: Literaturklassiker in die Moderne geholt

„Hamlet reloaded“: Literaturklassiker in die Moderne geholt

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
11564468.jpg
Hamlet im neuen Gewand: Die Musical-AG des St.-Ursula-Gymnasiums zeigt den Klassiker als „Reloaded-Version“ ab dem 22. Januar. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Was sich die diesjährige „Musicality-Crew“ des St.-Ursula- Gymnasiums vorgenommen hat, ist vor allem eines: klassisch komplex. Aber nachdem schon von typischen „Mainstream-Sachen“ über humorvolle Stücke bis hin zu tiefgründiger und philosophischer Kost alle Genres auf der Bühne vertreten waren, sei es eben Zeit für etwas Klassisches, so Regisseur Patrick Biemanns, der gleichzeitig auch die Kompositionen für das neue Stück „Hamlet reloaded“ geschrieben hat.

„Natürlich ist es eine Herausforderung, ein klassisches Stück als Musical zu inszenieren, aber mit den Darstellerinnen, die allesamt beim letzten Stück mitgewirkt haben, klappt das sehr gut. Wir kombinieren hier moderne Musik mit alter Sprache und lassen Elemente der Renaissance auf Technik treffen“, ergänzt Biemanns.

William Shakespeares Tragödie wurde zwar gekürzt, die Handlung aber ist gleich. Im Mittelpunkt steht Hamlet, der Kronprinz von Dänemark, der nach dem plötzlichen Tod seines Vaters nach Hause eilt und gerade noch rechtzeitig die Hochzeit seiner Mutter mit seinem Onkel Claudius, dem Bruder seines Vaters, erlebt. Eines Nachts erscheint Hamlet der Geist seines Vaters, der seinen eigenen Bruder Claudius des Mordes an ihm anklagt und Hamlet das Versprechen zur Rache abnimmt.

Dieser kann die Tatkraft zur Rache jedoch nicht sofort aufbringen. Die Lage spitzt sich zu, als Hamlet im Streit mit seiner Mutter Claudius hinter einem Vorhang vermutet und erdolcht. Doch es ist nicht der König, sondern Polonius, der sich dort versteckt hielt und nun den Tod findet. Hamlet erträgt die Ignoranz seiner Mitmenschen nicht und gibt vor, wahnsinnig geworden sein, um die Passivität zu überwinden.

Ob ihm das gelingt und welche Rolle Ophelia, Tochter des Polonius und die Liebe Hamlets dabei spielt, erfahren die Zuschauer im Verlauf des Stückes. Insgesamt 29 Schülerinnen sind an der nunmehr siebten Musical-Inszenierung beteiligt.

„Hamlet reloaded“ liefert für das Schultheater eine hohe Komplexität und sorgt für Spannung und Neugierde, was zum Teil auch durch das Bühnenbild möglich gemacht wird, wie Biemanns ergänzt: „Die vier Würfel werden im Verlauf des Stückes immer mal wieder umgestellt und schaffen dadurch verschiedene Räume und Schauplätze. Die Handlung in der Handlung, die sich bei Hamlet wiederfindet, inszenieren wir mithilfe eines Schwarzlichtfilms. Und die Agenten, die zwar präsent, aber nicht wirklich deutlich zu sehen sind, fungieren als Beobachter.“

Ein Jahr haben die Beteiligten, geprobt. Für die Premiere und die darauffolgenden Aufführungen wünschen sie sich vor allem eines: Dass der neu entdeckte Hamlet das Publikum in seinen Bann ziehen kann und dass deutlich wird, dass die vermeintlich alten Klassiker bei weitem keine schwere Kost sein müssen.

Die Premiere von „Hamlet reloaded“ am 22. Januar ist bereits ausverkauft. Für die weiteren Termine – 23. Januar, 20 Uhr, 24. Januar, 18 Uhr, 29. Januar, 20 Uhr, 30. Januar, 20 Uhr, 31. Januar, 18 Uhr, in der Aula des St. Ursula Gymnasiums, Bergdriesch 32-36 – sind noch Karten erhältlich.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert