Hallenstadtmeisterschaft: Gastgeber will Zwischenrunde erreichen

Von: Peter Schopp
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Es ist immer schwerer, Menschen für ein langfristiges ehrenamtliches Engagement zu gewinnen: Diese Erfahrung hat auch Alexander Götzenich bereits gemacht. „Seinen“ Verein FV Vaalserquartier sieht der Vorsitzende aber grundsätzlich gut aufgestellt. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Er ist das, was man ein Urgestein nennt. Alexander Götzenich ist Vorsitzender des FV Vaalserquartier, Ausrichter der diesjährigen Hallenstadtmeisterschaft im Fußball und somit natürlich auch Mitorganisator. Ab heute rollt der Ball in der Halle an der Neuköllner Straße.

Über die kleinen und großen Herausforderungen am Rande solch eines Turniers, aber auch die grundlegenden Probleme im „Geschäft“ Fußball hat Götzenich mit der AZ gesprochen.

Sofort zum Tagesgeschäft: Wie lief die Planung für das Turnier und wie sind ihre Erwartungen als Veranstalter?

Götzenich: Wir waren ja bereits vor einigen Jahren gemeinsam mit dem Burtscheider TV Ausrichter dieses Turniers. Daher konnten wir diese Erfahrung in die aktuellen Überlegungen einfließen lassen. Vor allem unsere Altherrenmannschaft hat sich in Planung und Durchführung sehr aktiv eingebracht, die meisten Positionen werden aus diesem Bereich mit Personal bestückt. Unser Ziel ist es, den Zuschauern den Aufenthalt in der Halle so angenehm wie möglich zu machen. Alle sollen mit unserer Organisation zufrieden sein. Auf den Rest haben wir nur wenig Einfluss.

Sind sie selber noch aktiv?

Götzenich: Mittlerweile ist die Altherrenmannschaft mein sportliches Zuhause, deswegen konnten die Jungs die Unterstützung nicht verweigern (lacht). Meine fußballerische Karriere begann bei Vaalserquartier, und abgesehen von einem kurzen Intermezzo bei Westwacht Aachen war ich dem Verein immer treu.

Stichwort Organisation: Wie groß ist bei einer solchen Veranstaltung grundsätzlich die Bereitschaft zur Mitarbeit?

Götzenich: Für kurzfristige Dinge wie ein Turnier finden sich immer ausreichend viele Helfer. Allerdings lässt die Bereitschaft zu langfristigem Engagement, wie zum Beispiel im Vorstand, immer mehr nach. Es ist manchmal sogar problematisch, einen Schriftführer bei einer Mitgliederversammlung zu finden. Da bleibt für die Zukunft noch viel zu tun, gerade auch bei den Jugendlichen. Das ist ja ein grundlegendes Problem, nicht nur beim FV Vaalserquartier. Ich wüsste auch nicht, was der Verein ohne einen Geschäftsführer Franz Drießen machen würde. Er ist einer dieser Menschen, die für den Verein alles geben, immer ansprechbar und sich für nichts zu schade sind. Solche Menschen sind die Ausnahmen.

In diesem Zusammenhang drängt sich die Frage nach der grundsätzlichen Bereitschaft der Jugend auf, Mitglied in einem Verein zu werden.

Götzenich: Das ist heutzutage ebenfalls ein Problem. Die jungen Leute tun sich oft schwer damit, sich zu binden, Pflichten anzuerkennen. Zum Glück ist unser Verein in diesem Punkt nicht so betroffen, unsere Trainer können die jungen Fußballer gut begeistern. Im Seniorenbereich haben wir viele studentische Mitglieder und überwiegend Spieler, die aus der eigenen Jugend kommen. Wir lehnen das Abwerben neuer Spieler aus anderen Vereinen ab, so dass in der Jugend schon das Fundament für später gelegt und der Frustfaktor in Grenzen gehalten werden.

Seit Ende 2012 verfügt auch der FV Vaalserquartier über einen modernen Kunstrasenplatz. Welche Auswirkungen hatte das auf die Entwicklung des Vereins?

Götzenich: Vordergründig wurde damals die Mitgliederzahl deutlich gesteigert. Der vorherige Aschenplatz war kein attraktives Geläuf. Im Zuge des Neubaus haben wir dann dafür gesorgt, dass neben dem Spielfeld noch ein kleiner Bolzplatz mit Kunstrasen angelegt wurde, welcher der Öffentlichkeit immer zur Verfügung steht. Den großen Platz müssen wir nämlich abschließen, wenn die Vereinsarbeit erledigt ist. Insgesamt ist unsere Anlage durch den Bau des neuen Platzes enorm aufgewertet worden. Darüber hinaus sind wir stolz darauf, dass die Investition von damals bereits komplett bezahlt ist. Alle jetzt generierten Einnahmen können nun zur Verbesserung der Infrastruktur verwendet werden. Dafür müssen wir den Förderern und Spendern immer wieder Dank sagen.

Wie denkt die Basis über die Vorgänge in den großen Verbänden wie DFB, Uefa und Fifa?

Götzenich: Direkte Auswirkungen auf unsere Arbeit haben die Vorgänge nicht. Allerdings ist es frustrierend zu sehen, dass wir unsere Arbeit aus Liebe zum Sport nach bestem Wissen und Gewissen leisten und die Verantwortungsträger, quasi unsere Chefs und Vorbilder, derart entgleisen. Das Vertrauen geht komplett verloren.

Oftmals hört man von Übergriffen auf Schiedsrichter. Ist das auch in ihrem Verein ein Problem?

Götzenich: In allen Bereichen: Nein! Einerseits sorgen wir in Gesprächen dafür, dass unsere Trainer und Mannschaftsbegleiter den Schiedsrichtern fair gegenübertreten, und andererseits scheinen unsere Schiedsrichter so gut zu pfeifen, dass kein Anlass für solche Vorfälle gegeben wird. Wir sind uns des Themas bewusst und tun alles dafür, dass es erst gar nicht zu Übergriffen auf Schiedsrichtern kommt.

Zurück zum anstehenden Turnier. Was erwarten sie von der Vorrunde, speziell von der eigenen Mannschaft?

Götzenich: Ich erwarte ambitionierte und faire Spiele und hoffe natürlich, dass wir als Gastgeber die Vorrunde überstehen. In der Zwischenrunde müssen wir dann sehen, wie die Gegner heißen. Im letzten Jahr sind wir sehr unglücklich ausgeschieden, da ist noch eine Rechnung offen.

Wer ist ihr persönlicher Turnierfavorit?

Götzenich: Ich sehe Alemannia Aachen II als Titelverteidiger wieder ganz vorne. Das hängt bei der Alemannia aber immer vom Kader ab, der zur Verfügung steht. Aber unter normalen Voraussetzungen sollten sie ein gewichtiges Wort beim Titel-Kampf mitreden.

Was machen sie am 31. Januar nach dem Finale?

Götzenich: Dann räumen wir zunächst die komplette Halle auf. Und anschließend ist sicher noch Zeit für ein Bierchen mit dem kompletten Helferteam. Da freue ich mich schon drauf.

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