Hahnenkämpfe um die „Kralle” der Katzenhilfe

Von: Matthias Hinrichs
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Aachen/Würselen. Mit Unverständnis blicken manche Mitglieder der Katzenhilfe Aachen dieser Tage nicht nur auf verantwortungslose (Ex-)Tierhalter, die ihre Vierbeiner während der Ferien loszuwerden trachten.

„Vor Jahren hat der Verein in Würselen eigens ein Haus erworben, um dort mit viel Aufwand ein Katzenhaus mit dem Namen Kralle einzurichten”, kritisiert Marion Bourgain. Dennoch werde das Domizil seit einiger Zeit nur noch als Lagerraum genutzt, etwa für Trödel und Bücher, die der Verein auf Flohmärkten verkauft, um seine Arbeit zu finanzieren - und dies, während das Tierheim aktuell mit rund 180 Katzen völlig überfüllt sei.

Ihre langjährige Mitgliedschaft in der Initiative hatte die Aachenerin daher bereits im März aufgekündigt. Damit folgte sie der ehemaligen Vorsitzenden, die erst im August vergangenen Jahres gewählt worden war und bereits wenige Wochen darauf wieder ausschied.

Seither ist der Vorsitz vakant. Und auch der amtierende Vizevorsitzende Dirk Gerlach schließt sich der Kritik auf AZ-Anfrage durchaus an. „Seit dem vergangenen Jahr sind keine Katzen mehr in der Kralle aufgenommen worden, obwohl dort genügend Platz wäre”, sagt er.

Tierpflegerin „derzeit zu teuer”

Immerhin habe der Verein das Objekt genau zu diesem Zweck angeschafft und es mit erheblichem finanziellen Aufwand hergerichtet - auch, um den Vorgaben des Veterinäramts für die Betreuung der Tiere Rechnung zu tragen. Dennoch habe der übrige Vorstand gegen seine Stimme durchgesetzt, das Haus aus Kostengründen vorerst lediglich als Depot zu nutzen. „Dabei ist das Finanzierungsargument für mich nicht nachvollziehbar”, sagt Gerlach. „Zwar musste in der Tat eine Tierpflegerin eingestellt werden, für die um die 600 Euro monatlich aufzubringen waren. Aber der Verein nagt keineswegs am Hungertuch.”

So würde zwar auch Rainer Brendel-Reinkel, Vorstandsmitglied und Kassierer im Verein, das nicht formulieren. Aber: „Wir kümmern uns um rund 500 Katzen in der Region. Die Versorgung mit Futter und die Kastration freilaufender Tiere kostet nicht nur erhebliches ehrenamtliches Engagement, sondern natürlich auch viel Geld. Das Katzenhaus ist als Noteinrichtung für die Tiere derzeit einfach zu teuer.” Momentan stehe die oberste Etage des Objekts daher leer. „Wir hoffen aber, dass wir sie bald wieder als Notaufnahmestelle nutzen können.”
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