Haftstrafen für pöbelnde und brutal schlagende Bandidos

Von: Wolfgang Schumacher
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Wegen zahlreicher Körperverletzungstaten und dreister Nötigungen wurden die Angeklagten bestraft. Symbolbild: dpa Foto: dpa

Aachen. Mit einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten für den Hauptangeklagten Noel A. (24) ging am Mittwoch einer der zahlreichen Rockerprozesse am Aachener Landgericht nach insgesamt zehn Verhandlungstagen zu Ende.

Wegen zahlreicher Körperverletzungstaten und dreister Nötigungen wurden ebenso die beiden Mitangeklagten Michael L. (38) und Onur G. bestraft. Alle Angeklagten gehören oder „gehörten“, so der Vorsitzende Richter Norbert Gatzke am Mittwoch in der Urteilsbegründung, dem Motorradclub der „Bandidos“ an.

Für die Handlungen in einem bekannten Café in der Aachener Pontstraße in der Nacht zum 22. November 2015 und weiteren Schlägereien im Anschluss an diesen Besuch in einer Diskothek im Aachener Norden kassierte Anführer Noel A. eine Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten. Michael L. erhielt zwei Jahre und zwei Monate, Onur G. ein Jahr und sechs Monate.

In dem Café fühlten sich die Rocker immer willkommen und durchaus wohl als Gäste, wie Noel A. im Verfahren bekundet hatte. Und so führten sie sich auch auf, wiesen sogar die hauptamtlichen Türsteher des Clubs zurecht, als diese frühmorgens gegen vier Uhr eingreifen wollten.

Denn wegen einer Nichtigkeit hatte A. einen an der Theke auf einem Barhocker sitzenden Behinderten vom Hocker auf den Boden befördert. Als jener sodann am Boden lag, schleppten sie den wehrlosen Mann über den Boden in das benachbarte Barock-Zimmer, dort wurde er weiter bearbeitet. Personen, die ihm helfen wollten, wurden von der insgesamt etwa „zehnköpfigen Rockergruppe“, so der Vorsitzende, mit eindeutigen Argumenten den Türstehern übergeben. Sie verwiesen die Leute aus dem Lokal, hieß es während des Prozesses.

Einige Stunden später liefen die Rocker mit Noel A. an der Spitze in einer Diskothek am Grünen Weg auf, alkoholbedingt gab es umgehend wieder Zoff. Dieses Mal vergriff sich A. an zwei jungen Frauen, die ihn beim Tanzen nur ein wenig „angeschubst“ hatten, wie es der Richter beschrieb. Sie bekamen Schläge ins Gesicht, Männer, die helfen wollten, wurden gleich mitverprügelt. Vermutlich Glück hatte A. bei dem Vorwurf, in Übach-Palenberg auf die Tür eines verfeindeten Hells Angel geschossen zu haben, hierfür konnte die Kammer keine Beweise finden.

Richter Gatzke fand in seinem Urteil eindeutige Worte zum derzeitigen Rocker-Unwesen: „Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Kinder gefahrlos in Diskotheken gehen können, ohne in die Fänge sogenannter Rocker zu kommen.“ Selbst die Beschreibung als Rocker hätten sie nicht verdient, es seien einfach kriminelle „Street Gangs“, befand der Richter.

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