Aachen - Härtetest: Batteriebusse bald im Dauerbetrieb

Härtetest: Batteriebusse bald im Dauerbetrieb

Von: Oliver Schmetz
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Steuert bald batteriebetrieben die Pontstraße an: Für die Linien 33 und 73 will die Aseag E-Busse für 8,4 Millionen Euro anschaffen. Foto: Jaspers

Aachen. Die bisherigen Versuchsfahrten verliefen viel besser als erwartet, nun soll der erste richtige Härtetest her: In diesem Jahr will die Aseag damit beginnen, batteriebetriebene Elektrobusse im Dauerbetrieb auf kompletten Linien einzusetzen.

Ins Auge gefasst hat man die Linien 33 zwischen Fuchserde und Vaals und 73 vom Bahnhof Rothe Erde zum Uniklinikum. Die ersten fünf Busse sollen in Kürze geordert werden, die insgesamt für den Betrieb dieser Linien benötigten 15 Fahrzeuge bis 2018 verfügbar sein.

Am 21. Januar soll die Politik im städtischen Mobilitätsausschuss für diesen ersten größeren Schritt der Aseag ins E-Mobilitätszeitalter grünes Licht geben – schließlich kostet das Ganze einiges.

Kalkuliert werden für die 15 neuen Batteriegelenkbusse und die notwendigen Infrastrukturmaßnahmen Gesamtkosten von rund 8,4 Millionen Euro. 6,7 Millionen davon sollen aus Mitteln des Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes fließen, das explizit Klimaschutzmaßnahmen unterstützt. Die restlichen knapp 1,7 Millionen Euro teilen sich die Stadt und die Aseag, was aber unter dem Strich bedeutet, dass die Stadt diese Zeche zahlt.

Denn „aufgrund der wirtschaftlichen Lage der Aseag“, heißt es in der Vorlage für den Mobilitätsausschuss, erhöhe der Eigenanteil der Aseag an den Kosten für die Batteriebusse deren Gesamtverlust – „und damit die notwendige Verlustübernahme seitens der Stadt Aachen“.

Allerdings ist man bei Stadtverwaltung und Aseag davon überzeugt, dass sich die Investition lohnt, und das nicht nur mit Blick auf die städtische Luftqualität. „Die aktuellen Tests der Aseag bestätigen die Sinnhaftigkeit, in die Umstellung auf elektrische Antriebe beim ÖPNV einzusteigen“, heißt es in dem Papier für die Politik. Denn bei diesen Tests mit Fahrzeugen verschiedener Hersteller habe sich gezeigt, dass der Energieverbrauch pro Fahrzeug deutlich niedriger sei, als die Machbarkeitsstudie zugrunde legt, die der Politik im vergangenen September präsentiert worden ist.

Außerdem wachse die Zahl der Fahrzeuganbieter auf dem Markt für E-Busse, was die Stückpreise senke. War im Gutachten noch ein Preis von 800.000 Euro pro Fahrzeug angenommen worden, könne man aktuell mit Kosten von nur 650.000 bis 750.000 Euro pro Bus rechnen.

Auch die Leistungsfähigkeit der getesteten Fahrzeuge habe deutlich über den Annahmen der Gutachter gelegen. So habe man bei den Testfahrten Reichweiten realisieren können, „die für viele in Aachen übliche Umläufe ohne Nachladung im Betrieb ausreichend sind“.

Soll heißen: Es könnte ausreichen, die Busse nachts auf dem Aseag-Gelände aufzuladen, womit die eigentlich an den Endhaltestellen der Teststrecken – an Fuchserde und am Uniklinikum – vorgesehenen Schnellladestationen überflüssig würden.

Die Aseag schlägt deshalb vor, in einem ersten Schritt dort aufs Nachladen zu verzichten, die Ladestationen gleichwohl aber planerisch vorzusehen. Schließlich ist der Dauerbetrieb auf kompletten Linien etwas völlig Neues, von dem man sich wichtige Erfahrungen im Umgang mit der Technik erhofft – ein Härtetest eben.

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