Händeringende Suche nach Asyl

Von: Matthias Hinrichs
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Aachen. Die Eilendorfer haben es mit einem beeindruckenden Schulterschluss dokumentiert: Wenn ab September die ersten von voraussichtlich 45 Flüchtlingen an der Hansmannstraße einziehen, will der Stadtteil sie mit offenen Armen empfangen.

 Dennoch sind weitere erhebliche Anstrengungen erforderlich, um langfristig ausreichend Kapazitäten zur Unterbringung von Asylbewerbern in Aachen zu gewährleisten. Das geht aus einem Bericht der Verwaltung zur heutigen Sitzung des Ratsausschusses für Soziales und Integration hervor (ab 17 Uhr im Rathaus). Und trotz erheblicher Anstrengungen fällt das Fazit ernüchternd aus: „Mit den zurzeit greifbaren Optionen ist der auf Dauer bereitzustellende Wohnbedarf nicht zu decken“, bilanziert die Verwaltung.

Wie berichtet, sind die Flüchtlingsunterkünfte schon jetzt mehr als ausgelastet. Eigentlich bieten sie nur Platz für 169 Menschen. Im Ganzen zählt die Stadt mit Stand vom 31. Januar jedoch 374 Asylbewerber. Die übrigen 205 Personen wohnen jetzt vor allem in Süsterfeld sowie in weiteren städtischen Wohnungen und Objekten der Gewoge. Um neue Möglichkeiten zur dauerhaften Unterbringung zu schaffen, ist inzwischen eine Projektgruppe aus Vertretern der Verwaltung und der Gewoge eingerichtet worden. Ziel: Insgesamt sollen langfristig 430 Wohnplätze zur Verfügung stehen. Damit sollen auch Spielräume geschaffen werden, um gegebenenfalls ausreichend Wohnungen für bis zu 15 Prozent mehr Asylbewerber gegenüber der aktuellen Personenzahl vorzuhalten. Zurzeit verhandelt die Stadt mit verschiedenen privaten Hausbesitzern. Nach derzeitigem Stand könnten „bestenfalls“ 65 Flüchtlinge auf diesem Weg eine Bleibe erhalten, heißt es. Zudem sollen in einem städtischen Objekt an der Stolberger Straße sieben Wohneinheiten zur vorübergehenden Nutzung hergerichtet werden. Allerdings wird die Maßnahme voraussichtlich erst in ein paar Jahren realisiert werden können, berichtet die Verwaltung. Weitere 24 Menschen könnten dann dort einziehen. Nochmals 15 Plätze sollen mittelfristig in einem städtischen Objekt in Aachen-Nord bereitgestellt werden. Überdies gebe es weitere städtische Objekte, die in Kürze saniert werden und danach zur Verfügung stünden.

Bereits vor Monaten hat die Stadt ferner mehrere Makler beauftragt, Wohnraum zu sondieren – bislang allerdings ohne Erfolg. Auch entsprechende Nachfragen bei Kirchen und Wohlfahrtsverbänden hätten bislang nichts gebracht, so die Verwaltung. In größerem Umfang seien Wohnungsbaugesellschaft und private Eigentümer angeschrieben worden. Unterm Strich sei so immerhin davon auszugehen, dass kurzfristig bis zu 100 Plätze geschaffen werden könnten – in der Regel allerdings nur vorübergehend. Deshalb soll nun auch geprüft werden, ob Leerstände in Schulen und Gewerbegebieten für weitere Unterbringungsmöglichkeiten in Frage kommen.

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