Händel und Couven treffen die Primadonna Isabella

Von: Pedro Obiera
Letzte Aktualisierung:

Aachen. „Georg Friedrich Händel in Aachen“: Ein pfiffiges Thema für das zweite Familienkonzert im voll besetzten Theater. Und Händel trat auch „leibhaftig“ auf, neben Baumeister Couven und der barocken Primadonna Isabella Young alias Katharina Hagopian.

 Händels abtrünnige Star-Sopranistin bestritt denn auch mit zwei Arien des Meisters schon fast den gesamten musikalischen Beitrag Händels an diesem Konzert. Merkwürdigerweise gab Bach mit Teilen aus der Orchester-Suite in D-Dur den Ton an, ergänzt durch zwei Sätze aus Alessandro Marcellos Oboen-Konzert in d-Moll. Rainer Krause als stark kalauernder Händel trat zudem erst spät in Erscheinung. Zuvor gehörten der charmanten Sopranistin und dem nicht minder galanten Robert Seiler als Couven die Bühne.

Manchmal betulich

Die Neckereien zwischen den beiden waren amüsant, die Ausführungen zum barocken Instrumentarium und zur Fuge gerieten arg betulich. Immerhin gab es in der szenischen Einrichtung von Katrin Eickholt und Michael Dühn einiges zu lachen. Allerdings wenig von der Welt Händels und Couvens zu sehen. Dabei lud die flächendeckende Leinwand im Hintergrund zu anschaulichen Illustrationen geradezu ein. Nicht nur die teilweise sehr kleinen Kinder hätten sich gefreut. Doch die Wand blieb, bis auf einige Kameraschwenks ins Orchester und ein paar dürre Skizzen von Couvens Architekturplänen, leer und weiß. Immerhin ein Kontrast zum einheitlich schwarz gekleideten Orchester. Damit wurde, trotz der schönen Kostüme der drei in die Gegenwart gefallenen „Zeitzeugen“ und der nicht minder gelungenen Ausführung der merkwürdigen Programmzusammenstellung durch das Aachener Sinfonieorchester unter Leitung von Volker Hiemeyer manche Chance vertan, die kleinen und großen „Kinder“ noch lebendiger in die barocke Welt Aachens und ihrer berühmten Zeitgenossen einzuführen. Ein Sonderlob gebührt Katharina Hagopian mit ihren vorzüglichen Vorträgen zweier Bravour-Arien aus Händels „Ariodante“ und „Samson“ sowie dem Trompeter Huub Versteegen und der Oboistin Blanca Gleisner.

Eine schöne Idee, dass sich die Besucher nach dem Konzert im Spiegelfoyer mit den Künstlern treffen und moderne wie barocke Instrumente aus nächster Nähe kennenlernen konnten.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert