Haarbachtal: Umweltexperten warnen vor Bebauung

Von: Stephan Mohne
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Bodenproben: Im Haarbachtal soll es eine Erweiterung der Gewerbegebiete geben. Umweltexperten sehen das kritisch. Foto: Michael Jaspers

Haaren. Die Sonne strahlt über dem Haarbachtal. Doch just dort sehen Umweltfachleute dunkle Wolken heraufziehen – im übertragenen Sinne. Auf einer Fläche zwischen Gewerbegebiet Elleter Feld und dem Bachlauf nehmen Experten Bodenproben und vermessen das Gelände. Zufall? Wohl kaum.

Denn rund 26.000 Quadratmeter bisher landwirtschaftlich genutzten Bodens sollen dort als Erweiterung des Gewerbegebiets ausgewiesen werden. Eine durchaus heikle Angelegenheit, wie der städtische Fachbereich Umwelt erklärt. Eine Analyse zu den Folgen des Plans wird den Umweltausschuss am 10. November beschäftigen.

Die städtischen Umweltfachleute kommen dabei zu einem ganz klaren Fazit: Von diesem Gebiet sollte man bautechnisch besser die Finger lassen. Wörtlich heißt es in dem Bericht: „Aus den zuvor genannten Gründen sollte an dieser Stelle die bisherige Grün- und Freifläche mit ihrer landwirtschaftlichen Nutzung unbebaut bleiben.“

Jene „zuvor genannten Gründe“ sind vielfältig. Das Haarbachtal sei eine wichtige „Lüftungsbahn“. Dort zu bauen, würde den „Kaltluftstrom“ verkleinern. Davon sei nicht nur das Gebiet selber betroffen, sondern auch der Lebensraum Haaren, wobei der Stadtteil ohnedies als problematisch in Sachen Luftqualität gilt. „Im Hinblick auf die Klimafolgenbewältigung zeichnet sich ab, dass in der Zukunft die Aufheizung des Siedlungsraumes zunehmen wird und daher der Erhalt der Kaltluftbahnen dringend erforderlich ist“, heißt es weiter. Und das ist nur eine der genannten Folgen.

So seien die Böden als „schutzwürdig“ bis „sehr schutzwürdig“ einzustufen. Eine Bebauung führe zu „hochgradiger Versiegelung des Bodens und damit zu einem vollständigen Verlust der Bodenfunktionen in diesem Bereich“.

Auch die anderen Flächen dort werde eine Bebauung stark beeinträchtigen. Die Umweltverwaltung führt aus, dass seit Jahren für das Areal nach einem Kompromiss in Sachen Bebauungsplan gesucht werde, was immer wieder zu Änderungen bei der Größe des Gebiets und der Flächenaufteilung geführt habe. Mit dem jetzigen Entwurf des Bebauungsplans sind die Experten nicht glücklich. Er stellt aus Sicht der Umweltfachleute einen Kompromiss „auf kleinstem Nenner“ dar.

So sei etwa eine von ihnen geforderte 50-Meter-Freiraumzone zum Nirmer Weg hin auf 30 Meter verkleinert worden. Zumindest soll es eine Begrenzung der Gebäudehöhe geben, um den negativen Auswirkungen der Bebauung auf die Luftschneise entgegenzuwirken. Zudem soll es Dachbegrünungen sowie einen zehn Meter breiten Pflanzstreifen geben, der eine weitere Bebauung Richtung Haarbachtal verhindert. Außerdem findet sich im Umweltbericht der Hinweis, man solle doch erst einmal bestehende Gewerbegebiete füllen – davon gibt es ja in der Tat noch einige.

Für das Areal gibt es seit Mitte der 1980er Jahre bereits einen Bebauungsplan, der dort eine Tennisanlage vorsah. Umgesetzt wurden die Pläne nie. Die Umweltexperten werden nun hoffen, dass es mit den Gewerbeflächen ähnlich läuft.

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