Gymnasiasten erklären Grundschülern die Naturwissenschaften

Von: Kathrin Albrecht
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Chemieunterricht einmal anders: Die Oberstufenschüler mit pädagogischem Berufsziel führten die Grundschüler in die Welt der Naturwissenschaften ein. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. 10 Uhr im Kaiser-Karls-Gymnasium (KKG). An diesem Tag steht ein besonderer Unterricht auf dem Lehrplan, denn 40 Schülerinnen und Schüler der Stufen E 10 und Q1 (10. und 11. Klassen) schlüpfen in die Rolle von Lehrern und unterrichten Grundschüler der dritten Klasse in naturwissenschaftlichen Fächern. Im Chemieraum wird es gerade spannend.

Markus Groß hält ein Mentos-Drops über eine Cola-Flasche. Sobald der Drops in die Cola fällt, beginnt es heftig zu schäumen und eine meterhohe Fontäne schießt aus der Flasche. Sehr zur Begeisterung der Klasse 3a der Grundschule Grünenthalerstraße. Doch warum passiert das? Will Lena Özman von den kleinen Forschern nun wissen.

Experimente zum Thema Luft

Liegt es an etwas, das im Mentos ist oder liegt es an der Kohlensäure in der Cola? Nebenan, im Physikunterricht, führen dritte Klassen der Domsingschule Aachen verschiedene Experimente zum Thema Luft durch: Sie blasen einen Schokokuss auf, blasen einen Luftballon auf, ohne ihn zu berühren und untersuchen, was wie ein Vakuum entsteht. Auch im Biologie-Unterricht beschäftigt sich die 3a der Grundschule Grünenthalerstraße mit dem Thema Luft. Sie untersucht, wie die Atmung funktioniert und was sich verändert, wenn man Sport treibt.

Dieser besondere Unterricht ist Teil des Projektes „Die Großen mit den Kleinen“, das das Kaiser-Karl-Gymnasium zum zweiten Mal durchführt. An zwei Vormittagen laden die Oberstufenschüler Drittklässler ein. Schüler, die sich für den Lehrberuf interessieren, machen so erste didaktische Erfahrung, und Grundschüler werden neugierig auf Naturwissenschaften, so Dr. Renate Schwab, Rektorin vom KKG und Mint-Koordinatorin an ihrer Schule. Sie hat das Projekt während einer Fortbildung des Mint-Es-Netzwerks miterlebt und im vergangenen Jahr am KKG eingeführt. Dieses Netzwerk, in dem sich bundesweit Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Schulen der Sekundarstufe II zusammengeschlossen haben, will den wissenschaftlichen Nachwuchs in den sogenannten Mint-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik fördern. Schwerpunkt des Schulnetzwerkes ist vor allem die Förderung von Nachwuchskräften im Lehrerberuf, denn auch in den naturwissenschaftlichen Fächern sei der Lehrermangel ein Problem. Das KKG ist seit 2011 Mitglied dieses Netzwerkes, kooperiert in der Lehrerausbildung auch mit der RWTH.

Im Rahmen des Projektes bereiten die Schüler eine 60-Minuten-Stunde vor. Zuvor hospitieren sie in den Grundschulen, die am Projekt teilnehmen. „Jeder Schüler hat so die Möglichkeit, sechs Mal seine Unterrichtseinheit zu wiederholen“, erläutert Andreas Haesner, Lehrer für Mathe und Physik am KKG. Zusammen mit Renate Schwab betreut er das Mint-Projekt. Mit den Leistungen seiner „Lehrer“ ist er sehr zufrieden: „Es ist spannend zu sehen, wie einfühlsam die Schüler mit den Grundschülern umgehen und in der Lage sind, die Unterrichtsinhalte altersgerecht herunterzubrechen.“ Und auch Biologie-Lehrerin Kerstin Kromer stellt die Vorteile für beide Seiten heraus: „Die Grundschüler blühen hier richtig auf. Vor allem bei den Jungs ist das deutlich, wenn sie im Unterricht eine männliche Bezugsperson haben.“ Das Projekt soll auch anderen Aachener Schulen vorgestellt werden. Schwab wünscht sich ein lokales Netzwerk aller Schulformen. Im kommenden Schuljahr gehen die Schüler daher mit ihrem Projekt „auf Tour“. Ihre Projekttage werden sie dann an anderen Schulen durchführen.

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