„Gymmotion“-Festival schlägt die Fans in seinen Bann

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Zwischen Clowneske und atemberaubender Akrobatik: Die Trampolinnummer des ISDC-Teams versetzte die „Gymmotion“-Fans in der Turnhalle an der Neuköllner Straße in eine Welt scheinbarer Schwerelosigkeit. Foto: Andreas Steindl
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Große Sprünge: Sportgymnastik in vollendetem Stil beeindruckte. Foto: Andreas Steindl

Aachen. „Wahnsinn!“ raunte es durch die Sitzreihen. Mit einer normalen Turnshow hat „Gymmotion“ eben nur vage Ähnlichkeit. Zum letzten Mal gastierten Akrobaten, Artisten, Turner und Gymnastiksportler in der Turnhalle an der Neuköllner Straße und faszinierten mit phänomenaler Körperbeherrschung in ihrem Programm „Sky“ das Publikum. Moderiert wurde das Ganze von Beatboxer „Robeat“ – einem Mundartisten der besonderen Art.

Zunächst erinnerte alles noch an ein normales Turnerfest: Breitensportler des Turngaus Aachen nutzen die Gelegenheit, ihre Turnfähigkeiten unter Beweis zu stellen. Ergebnis war ein schönes Opening mit Showtanz, Sportakrobatik und einer choreografierten Turnshow ganz verschiedener Altersstufen.

Dann traten die Profis ins blau-rot-gelbe Rampenlicht und machten die schlichte Sporthalle wahlweise zur Olympia-Arena oder zum Zirkuszelt – klingt durchaus nach Körperbeherrschung und Kraftdemonstration. Ist aber vor allem extrem gute Unterhaltung, wenn „Tripple Energy“ (einzige internationale Medaillengewinner der deutschen Aerobic-Nationalmannschaft im vergangenen Jahr), das RSG-Trio, das „Duo Zebra“ und das Team Aalen sich dessen annehmen. Äquilibristik – schlangenartiges Verbiegen im Handstand auf zwei Stangen – vom Feinsten lieferte Alena.

Gleiches gilt für die Reck- und Barrenshow sowie die clowneske Trampolinnummer des ISDC-Teams, in dem Spitzenathleten im Turnen und Trampolinsport Dienst tun. Ob Schotten mit britischen Retro-Shorts, Darth Vader und sein ergebener Sturmtrupp oder der Froschkönig sowie seine Prinzessin – mit Comedy gewürzt geschehen schwerste Bewegungselemente quasi nebenbei.

Die kanadische Gruppe „Catwall Acrobats“ – auch schon im Cirque du Soleil aufgetreten – verband ebenfalls perfekte Körperbeherrschung mit komödiantischem Talent. Die vier Männer und eine Frau schlugen Salti und Schrauben mit Hilfe eines Schleuderbretts, liefen die Fassade eines fast an die Decke reichenden Plexiglasturmes hoch, ließen sich von dort ebenso unerschrocken herunterfallen, um sich mit Hilfe eines Trampolins gleich wieder hoch zu katapultieren. Letzteres bildete das fulminante Ende des zweiten Teils, der mit Höhepunkten nur so gespickt war: „3elements“ kombinierte Sprünge und Tritte aus dem Kampfsport mit Turnelementen, Dergin Tokmak – mit acht Monaten an Kinderlähmung erkrankt – nutzte seine Gehhilfen für eine Breakdance-Show kolossaler Art, Hugo Noël verschmolz in fast poetischer Weise mit dem Cyr, einem überdimensionalen Gummireifen, „Atlantis“ – vier Männer oder eine Erscheinung – entlockten den Zuschauern mit ihren Menschentürmen und Flugelementen ehrfürchtige Laute. Wahnsinn eben!

Schade, dass der Turngau Aachen im nächsten Jahr den großen ehrenamtlichen Aufwand für „Gymmotion“ nicht mehr betreiben will. Oder besser – kann, wie Wilfried Braunsdorf erklärte. Er ist nicht nur Vorsitzender des Turngaus Aachen, sondern auch des Burtscheider TV, die gemeinsam Gymmotion stets veranstaltet haben. „Die Hallensituation in Aachen und die damit verbundenen logistischen Probleme machen es uns als Ehrenamtler unmöglich, eine solche Veranstaltung noch zu stemmen. Schade, die letzte Veranstaltung war nach meiner Einschätzung die beste.“

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