Guter Mix aus Käsekuchen und Kultur in Schönforst

Von: Leon Kirschgens
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Gelungener Auftakt: Das Projekt „Kultur ist...wie wir leben“ will den Kindern in Schönforst mit Projektwochen, Kursen, Ausstellungen, Angeboten zum Gestalten, Tanzen, Musik machen, Feiern und Bewegen eine ganze Menge bieten. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Käsekuchen und Bildung sind zwei Begriffe, die zunächst einmal wenig gemeinsam haben. Oder? Wer am Samstag Claudia Kuckelkorn von der Kindertagesstätte an der Albert-Maas-Straße in Schönforst fragte, bekam etwas anderes zu hören.

Sie erklärte es so: „Genauso wie der Käsekuchen die richtigen Zutaten braucht, um zu gelingen, brauchen Kinder die passenden Rahmenbedingungen, um eine erfüllte Kindheit zu erleben.“

Und genau darum gehe es bei dem neuen Projekt „Kultur ist…wie wir leben“, das das städtische Familienzentrum mit der Kindertagesstätte und der Grundschule Schönforst sowie der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde auf die Beine gestellt hat. Eröffnet wurde es nun bei einer Feier mit Kindern und Eltern.

Weiter geht’s vom 13. bis zum 17. März zunächst mit einer Projektwoche, bei der die Schüler verschiedene Workshops rund um Kunst und Kultur besuchen können. Das Besondere: Grundschüler und Kindergartenkinder sollen währenddessen gemeinsam beispielsweise tanzen, singen oder trommeln – also eben kreativ werden, und zwar jeder auf seine eigene Weise. „Die Kindheit ist ein unheimlich wertvoller Schatz für die Zukunft, und wir wollen dazu beitragen, sie zu bereichern“, sagte Kuckelkorn zum Auftakt.

Bei der Projektwoche allein wird es nicht bleiben. Auch an den von nun an laufenden „Kulturdonnerstagen“ stehen kulturelle Angebote im Vordergrund. Außerdem wird es einmal im Monat an einem Samstag „nach draußen“ gehen: Ausflüge in die Natur unter der Anleitung von Naturpädagogen oder die Fahrt mit einem Planwagen sind nur zwei der geplanten Aktivitäten. Ziel der Kulturangebote sei es, in dem multikulturell geprägten Schönforst Bildung und gemeinsame Werte zu vermitteln und so nicht zuletzt auch das Zugehörigkeitsgefühl der hier lebenden Menschen zu stärken, sagte Andreas Reichert, kommissarischer Schulleiter der Grundschule Schönforst. „Es ist doch viel besser, wenn das Kind sich nach der Schule nicht einfach vor den Fernseher setzt, sondern die Geige in die Hand nimmt“, sagte der Schulleiter.

Außerdem sollten auch die Eltern und überhaupt alle Bewohner Schönforsts von dem Projekt profitieren, denn in der Vergangenheit habe man mit dem Stadtteilzirkus und dem Stadtteilfest gute Erfahrungen gemacht, auf die man nun aufbauen wolle: Vom 23. Juni bis zum 8. Juli stellen die Schule, Kinder und Eltern unter anderem ihre in den folgenden Wochen und Monaten gemachten Erfahrungen unter dem Motto „Auf der Suche nach dem Schatz einer gelingenden Kindheit“ aus. Enden wird die Ausstellung mit dem Stadtteilfest am 8. Juli. Wichtig ist Kuckelkorn auch, während des Zeitraums mit Menschen aus ganz unterschiedlichen Kulturen in Kontakt zu kommen und vor allem aktiv zu werden: „Jeder bringt seine ganz eigenen Werte mit“, sagte sie und fügte hinzu: „Diese könnten wir auch stattdessen in zehn Minuten googeln – aber voneinander lernen würden wir dabei nicht.“

Ein großer Anker für das Vorhaben ist auch die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde. Sie stellt über die Monate hinweg Räume zur Verfügung und gestaltet Gottesdienste für die Kinder. Denn bei der Frage nach Werten und Zugehörigkeitsgefühl innerhalb einer Gemeinde spiele auch die Religion eine Rolle, sagte Pastor Andreas Reichert.

Gefördert wird das Projekt von der Bürgerstiftung, dem Bildungsbüro der Städteregion Aachen, dem Quartiersmanagement Aachen-Forst sowie der Hilfsaktion unserer Zeitung „Menschen helfen Menschen“. Zum Ende ihrer Auftaktrede kam Kuckelkorn nochmals auf den Käsekuchen, vor ihr auf dem Tisch stehend, zu sprechen: „Trotz aller Symbolik ist der Kuchen natürlich noch für etwas anderes gedacht – nämlich zum Essen!“ Tag eins war eröffnet.

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