Gut Wolf: Die Metro macht den Laden bald dicht

Von: Stephan Mohne
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Fahnen auf Halbmast: Metro schließt das Geschäft am Gut Wolf – für die Mitarbeiter soll dies „so sozialverträglich wie möglich“ über die Bühne gehen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Fast auf den Tag genau zwei Jahre ist es her, da wurde am Gut Wolf noch groß gefeiert. Manager nahmen gemeinsam mit dem damaligen Aachener Bürgermeister Björn Jansen die Schere in die Hand und durchtrennten blau-gelbe Bänder – die Farben des Metro-Konzerns.

Anlass war die Umbenennung des Großmarktes im dortigen Gewerbegebiet von „Schaper Cash & Carry“ in „Metro Gastro Cash & Carry“. Jetzt allerdings gibt es einen Schnitt der ganz anderen Art. Und der ist vor allem für die Belegschaft bitter. Denn der Konzern schließt die Aachener Filiale. Das bestätigte eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage unserer Zeitung. Mitte nächsten Jahres soll das Geschäft am Gut Wolf eingestellt werden.

Grund für die Schließung: „Trotz umfangreicher Maßnahmen zur Umsatz- und Kostenverbesserung sieht Metro Cash & Carry Deutschland keine Möglichkeit, den Metro Gastro-Markt in Aachen auf Dauer wirtschaftlich rentabel betreiben zu können. Der Entscheidung vorausgegangen waren umfassende Analysen zur Leistungsfähigkeit und der Wettbewerbssituation des Standorts“, heißt es aus der Düsseldorfer Zentrale.

Nach der Schließung solle das Abholgeschäft im Metro-Großmarkt Würselen gebündelt werden. Die Belieferung soll künftig von den Großmärkten im benachbarten Würselen und in Düren übernommen werden. Die geplante Marktschließung solle „in enger Abstimmung mit den Mitbestimmungsgremien so sozialverträglich wie möglich erfolgen“.

In Aachen sind derzeit 46 Mitarbeiter beschäftigt, die am Dienstag in einer Betriebsversammlung informiert wurden. „Die Planungen zur Schließung des Marktes fallen uns schwer, und wir sind uns bewusst, wie betroffen unsere Mitarbeiter sind“, so die Sprecherin. Nach Abschluss eines Interessenausgleichs würden mit allen von der Schließung betroffenen Mitarbeitern Gespräche über künftige Beschäftigungsmöglichkeiten geführt. Freie Stellen im Unternehmen würden „selbstverständlich vorrangig den vom Stellenabbau betroffenen Mitarbeitern angeboten“.

Damit geht am Gut Wolf eine mehr als 50-jährige Handelstradition zu Ende. Denn so lange gab es dort bereits einen Großmarkt. Früher hieß dieser „Selgros“, dann „Schaper“. 1996 übernahm der Metro-Konzern diese Marke und schloss sie 2011 mit der Marke „Metro C&C“ zusammen. Damit hatte die Metro über 100 Großmärkte – darunter jener im Gewerbegebiet Aachener Kreuz in Würselen – mit rund 15.000 Mitarbeitern in Betrieb.

Alle bundesweit 51 Schaper-Märkte wurden umgebaut und umfirmiert. So auch jener in Aachen. „Es freut uns sehr, dass unser Markt nach intensiver Umbauzeit in neuem Glanz erstrahlt und wir unseren Kunden einen angenehmen und noch effizienteren Einkauf ermöglichen“, hieß es bei der Neueröffnung seitens der Geschäftsleitung. Traditionell kamen die Kunden am Gut Wolf insbesondere aus dem Bereich der Cafés, Restaurants und Hotels sowie von Handwerksbetrieben und Kiosken. Da passte der Zusatz „Gastro“.

Bürgermeister Björn Jansen betonte damals die Kundennähe des Großmarktes: „Das zeichnet Sie aus, ebenso wie Ihre 50-jährige Treue zum Standort. Sie sind hier an dieser Stelle für Aachen und die hiesige Gastronomie enorm wichtig.“ Damit ist es bald vorbei.

Wie es mit dem großen stadtnahen Areal am Gut Wolf weitergeht, war am Dienstag nicht zu erfahren. Laut Metro sind die Flächen dort angemietet.

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