Aachen - Günstige Homepage als böse Kostenfalle

Günstige Homepage als böse Kostenfalle

Von: Hans-Peter Leisten
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Das Angebot wirkt verlockend. Eine feine Internetpräsenz für wenig Geld, Online-Auftritte gegen geringe Gebühr. Es gibt Firmen, die das versprechen. Und - man vermutet es bereits - nicht halten.

Daniel Veselinovic kann davon ein Lied singen. Nicht aus persönlicher Erfahrung, sondern weil er als IT-Berater zahlreiche Kunden hat, die dem Angebot auf den Leim gegangen sind. Und weil sich der Inhaber von Netstone Solution für seine Kunden verantwortlich fühlt, möchte er Aufklärung betreiben, damit die Zahl der Opfern nicht weiter wächst.

Jetzt auch im Raum Aachen aktiv

Bislang traten die Anbieter der Internetauftritte im Berliner und Düsseldorfer Raum auf - jetzt aber auch in Aachen. Dabei gehen die „Internet-Dienstleister” stets nach der selben Methode vor. Geschulte Vertreter - die stammen in der Regel aus der Marketing- und nicht aus der Verkaufsabteilung - treten an die Kunden heran.

Als Gesprächspartner suchen sie stets direkt den Geschäftsführer und bauen in ein- bis zweistündigen Gesprächen ein Vertrauensverhältnis auf. Das Angebot: die Erstellung von Websites und deren Betreuung. Eine kleine Seite wird dann auch kostenfrei erstellt, zudem in Aussicht gestellt, dass die Verwaltung für die kommenden Jahre kostenfrei sei. Angeblich suchen die Webfirmen als Start-up-Unternehmen Referenzenpartner, um mit diesen an neue Kunden herantreten zu können.

Doch was in den offensiven Beratungsgesprächen verheißungsvoll klingt, erweist sich als Falle. „Für die Verwaltung der neuen Website werden monatlich 150 bis 200 Euro fällig”, haben geschädigte Firmen Daniel Veselinovic anvertraut. In der Summe werde das richtig teuer, da diese sich guten Glaubens für vier Jahre an die Anbieter gebunden hätten.

Rund 9000 Euro kostet so das Erstellen einer Website. „Bei einer seriösen Agentur zahlt man ungefähr 1500 Euro”, rechnet der IT-Experte dagegen. Ein weiterer Aspekt kommt hinzu: Kaufleute und Selbstständige haben kein 14-tägiges Rücktrittsrecht. Aber genau das wird ihnen mündlich zugesagt - auch wenn im Vertrag dann steht, dass keine mündlichen Nebenabsprachen getroffen wurden. Nach Vertragsende sind die Auftragsnehmer im übrigen wieder alle Rechte auf den Domainnamen und die E-Mailadresse los.

Diverse Zeitungen haben im vorigen Jahr über die Methode berichtet. Auch Selbsthilfe-Foren im Internet sind voll von Erfahrungsberichten. Jetzt sind die Anbieter im Raum Aachen aktiv. „Bei mir haben sich schnell zehn Geschädigte gemeldet”, sagt Veselinovic. Die Betroffenen möchten nicht an die Öffentlichkeit, da sie juristische Konsequenzen befürchten. In diesem Punkt sind die „Dienstleister” humorfrei.

IHK-Expertin bietet Rechtsauskünfte an

Bei der IHK sind noch keine Beschwerden gelandet. Nichtsdestotrotz bietet Rechtsreferentin Nadin Mourad den Mitgliedsfirmen Rechtsauskünfte, aber natürlich keine Rechtsberatung an. Je nach Branche könne auch die Handwerkskammer zuständig sein.

Ereichen kann man Nadin Mourad unter 4460262, Fax: 4460-153 oder E-Mail: nadin.mourad@aachen.ihk.de.

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