Grundstücke in Aachen fast so teuer wie München

Von: Daniel Gerhards
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Gefragter Wohnraum in Uni-Nähe erzielt Höchstpreise: 50 Wohnungen sowie einige kleinere Geschäftslokale baut ein Investor deshalb gerade am Karlsgraben, Ecke Johanniterstraße. Animation: Büro Virtuellformat

Aachen. Aachen ist ein teures Pflaster – wer bauen oder eine Immobilie kaufen möchte, muss teils tief in die Tasche greifen. Und es wird noch teurer. Das geht aus dem neuen Grundstücksmarktbericht hervor, den der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Städteregion gestern vorlegte.

In Aachen steigen die Preise für Häuser und Eigentumswohnungen, während sie im ehemaligen Kreisgebiet weitgehend konstant bleiben. Was die Baulandpreise angeht, ist Aachen Spitze in der Städteregion: Wer im Aachener Südviertel ein- oder zweigeschossig bauen möchte, muss mit 540 Euro pro Quadratmeter rechnen. Diesen sogenannten Bodenrichtwert hat der Gutachterausschuss ermittelt. Im ehemaligen Kreisgebiet sieht es oft ganz anders aus: In Monschau-Widdau ist der Quadratmeter Bauland zum Beispiel schon für 30 Euro zu haben.

Irene Littek-Braun, Vorsitzende des Gutachterausschusses, erklärt, dass Wohnen in städtischen Lagen, also in Aachen, immer beliebter werde: „Der Trend geht zum Wohnen in der Stadt“, sagt sie. Das spiegele sich auch in den Preisen wider: Neu gebaute Eigentumswohnungen in Aachen sind im Vergleich zum Vorjahr um zehn bis 15 Prozent teurer geworden. Teilweise zahlt man rund 4500 Euro pro Quadratmeter für eine „sehr gute“ neue Eigentumswohnung.

„Die Preise sind im Landesvergleich sehr hoch. Da sind wir gar nicht mehr weit weg von Metropolen wie München“, sagt Paul Harzon, Geschäftsführer des Gutachterausschusses. Ältere Reihenhäuser verteuerten sich durchschnittlich um zehn Prozent. Und frei stehende Einfamilienhäuser sind nun fünf Prozent teurer als im Vorjahr. Damit hätten die Wohnraumpreise in Aachen „gewaltige Sprünge“ gemacht – im Unterschied zu den Kommunen des ehemaligen Kreises.

Auch die Bodenrichtwerte für Bauland in der Innenstadt sind teils deutlich angestiegen. Bauland für Mehrfamilienhäuser in der Nachbarschaft von RWTH und Campus ist um rund fünf Prozent teurer geworden. Ein Beispiel: Quadratmeterpreise am Karlsgraben sind von 825 Euro auf stattliche 870 Euro gewachsen. In der Luisenstraße – einer „normalen städtischen Wohngegend“ – stieg der Wert von 550 Euro auf 570 Euro je Quadratmeter. In solchen „normalen“ Wohngebieten stiegen die Preise im Schnitt um drei Prozent.

Auffällig ist zudem, dass Käufer von Einfamilienreihenhäusern in Burtscheid und Laurensberg 30 Prozent mehr zahlen als den vom Gutachterausschuss ermittelten Sachwert, den sogenannten Sachwertfaktor, der Häuser. Dabei werde in der Regel in weniger beliebten Wohngegenden etwas weniger als der Sachwert eines Hauses gezahlt. „Das ist der Preisaufschlag, den die Leute bereit sind, für die Lage zu zahlen“, sagt Littek-Braun.

Insgesamt registrierte der Gutachterausschuss im Jahr 2012 gut 2600 verkaufte Objekte in Aachen, dabei wurden knapp 554 Millionen Euro umgesetzt. In der gesamten Städteregion wurden rund 6000 Immobilienverkäufe gezählt. Die Kaufpreise summieren sich damit auf etwas mehr als eine Milliarde Euro. Das ist geringfügig weniger als im Vorjahr. Allerdings bewege man sich immer noch auf sehr hohem Niveau, heißt es.

Dass der Immobilienmarkt boomt, zeige auch der Rückgang auf 57 Zwangsversteigerungen in Aachen. Das ist der niedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre. Littek-Braun: „Die Objekte sind oft schon verkauft, bevor sie zwangsversteigert werden müssen. Das zeigt, dass Häuser und Eigentumswohnungen begehrt sind.“

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