Grundschulen: Eltern wollen weiter kämpfen

Von: Thorsten Karbach und Sarah Siemons
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Weitere Kinder können nicht aufgenommen werden: Der Antrag der Grundschule Am Höfling auf eine vierte Eingangsklasse wurde im Stadtrat am Mittwochabend endgültig abgelehnt. Foto: Wolfgang Plitzner

Aachen. Der Tag begann mit Tränen. Traurige Mütter riefen bei der Grundschule Am Höfling an, sie wollten über die Zukunft ihrer Kinder reden. In den letzten Tagen hatten sie erst eine Ablehnung für die Schule bekommen, dann weckte ein politischer Antrag die Hoffnung, dass es doch noch ein Plätzchen für den Nachwuchs gibt.

Diese zerplatzte im Stadtrat und nun beginnen an den Grundschulen Höfling, Passstraße, Gut Kullen und Vaalserquartier die Vorbereitungen auf das neue Schuljahr. Ohne weitere Eingangsklassen.

2070 Kinder wurden für das neue Schuljahr an den Grundschulen angemeldet. 1430 Mal haben sich Eltern dabei für die nächstgelegene Schule entschieden, ihren Rechtsanspruch geltend gemacht. 640 Eltern wählten eine „Wunschschule”. 65 wurden hier abgelehnt. So weit die nackten Zahlen. Die Betroffenen ärgern sich vor allem, dass es in diesem Verfahren allein um Zahlen geht. „Im Prinzip müsste jedes einzelne Schicksal gesehen werden”, sagt Julia Frambach, Sprecherin einer Elterninitiative, die sich am Höfling gebildet hat.

„Vernünftig” findet die Entscheidung Passstraßen-Leiterin Maria Keller. „Wir sind ziemlich erschüttert”, sagt dagegen Höfling-Schulleiterin Anita Groß. Sie hat auch persönliche Konsequenzen gezogen, die ehemalige Fraktionssprecherin ist wie berichtet bei den Grünen ausgetreten. „Ich war entsetzt, das ist nicht mehr meine Partei”, sagt sie. „Wir bedauern dies, es war für uns eine inhaltliche Entscheidung”, sagt Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Helmut Ludwig. Die drei I-Dötzchen-Klassen werden am Höfling nun wohl 29 Kinder haben. 30 sind rechtlich möglich, aber keineswegs ideal. Zumal am Höfling GU-Klassen gebildet werden, also Klassen in denen Kinder mit und ohne Behinderung unterrichtet werden.

Eltern haben bereits Widersprüche gegen die Ablehnung an den betroffenen Schulen eingelegt. Die werden im Einzelfall geprüft werden müssen. Mit der großen Rechnerei beginnt also auch die große Zitterei, dass wegen nun doch noch geltend gemachter Rechtsansprüche das Anmeldeverfahren zur unendlichen Geschichte wird. Theoretisch könnte es sein, dass bereits an einer Wunschschule angemeldete Kinder wegen des Rechtsanspruchs der aktuell abgelehnten Kinder doch noch ihren Platz verlieren. „Wir werden abwarten und dann neu planen müssen”, sagt Hans Friedrich Schmachtenberg, Leiter der GGS Gut Kullen. „Wir Eltern werden nicht aufgeben und weiter kämpfen”, sagt Julia Frambach.

Arbeit „mit Füßen getreten”

Ute Ketteniß, Leiterin der GGS Vaalserquartier, kann die Eltern gut verstehen. Sie ist zornig, sieht ihre Arbeit „mit Füßen getreten”. Sie wird nur zwei statt der gewünschten drei Klassen eröffnen - mit mindestens 28 Kindern. Und sie äußert sich zur Kritik von Schuldezernent Wolfgang Rombey, die Schulleiter hätten die Eltern nicht korrekt beraten. „Das ist eine Unverschämtheit”, sagt sie.

Eine dritte Eingangsklasse gibt es allein an der Birkstraße - weil mehr Kinder einen Rechtsanspruch haben als es ursprünglich Plätze gab. Hier wird nun mit 27 Kindern pro Klassen gerechnet. Statt Tränen gab es bei den Eltern damit das große Aufatmen.
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