Grundschule Am Römerhof trifft auf ghanaische Kultur

Von: Kathrin Albrecht
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Das Schulfest am Römerhof sorgte für Begeisterung bei den Kindern.

Burtscheid. Obosomase liegt in Ghana, etwa 30 Kilometer von der Hauptstadt Accra entfernt. Von Deutschland aus sind das etwa sieben Flugstunden. Schüler der KGS Am Römerhof und der Countess Amelia Academy verbindet seit zehn Jahren ganz direkt eine Schulpartnerschaft. Das Jubiläum feierte die Schule im Rahmen ihres Schulfestes, das ganz unter dem Aspekt des afrikanisch-deutschen Kulturaustausches stand.

Unter dem Motto „Komm mit nach Afrika“ gab es Trommelworkshops, Giraffenkegeln, ghanaische Köstlichkeiten und einen Einblick in die Schulpartnerschaft, die mit der Jahreswende 2005/06 begann. Schulleiterin Brigitte Althoff erinnert sich an die Anfänge: „Unser damaliger Trommellehrer Seth Nunoo hatte die Schule bei einer Ghanareise kennengelernt.“ Er stellte auch den Kontakt zum Ehepaar Grace und Jerry Dodoo her, die die Schule im Jahr 2000 als Privatschule gründeten, um den ärmsten Kindern die Möglichkeit auf Schulbildung und damit die Perspektive auf eine berufliche Ausbildung zu geben.

Es ist eine ländlich geprägte Gegend, die nächste staatliche Schule ist weit weg. Sechs bis acht Kilometer legen die Schüler auf ihrem Schulweg zurück. Befestigte Straßen gibt es nicht, die Wege werden oft zu Fuß zurück gelegt. Das ist gefährlich, darum behalten viele Eltern ihre Kinder oft zu Hause. „Da müssen wir etwas machen“, beschlossen Lehrer und Schüler der KGS Am Römerhof.

Vor allem das erste Jahr stellte die Partnerschaft vor eine große Herausforderung: „Es gab noch keinen Internetanschluss, Kontakt funktionierte nur über den Briefpostweg“, erinnert sich Althoff. Mittlerweile gibt es eine halbwegs stabile Internetverbindung, die einen regelmäßigen Austausch per E-Mail ermöglicht.

Die Aachener unterstützen die Countess Amelia Academy vor allem mit finanziellen Mitteln, die sie mit Einnahmen aus Adventsbasaren, Schulfesten oder Sponsorenläufen gewinnen. Die erste Maßnahme, die so finanziert wurde, war die Einrichtung einer kleinen sanitären Einheit, um die hygienischen Grundlagen für die damals rund 40 Schüler zu gewährleisten. Viel hat sich in den zehn Jahren inzwischen getan: Die Schülerzahl ist auf 300 gestiegen, die Schule hat angebaut, das Angebot ist um eine Kindertagesstätte und eine Junior High School ergänzt worden. Die Dächer wurden abgedichtet, Schulmaterialien angeschafft, es gibt eine Küche und eine eigene Bäckerei für die Schulspeisung.

2011 reiste Althoff selbst nach Ghana, machte sich vor Ort ein Bild von der Schule. Nachhaltig beeindruckt hat sie die Freundlichkeit der Menschen und die Sorge um die Kinder: „Es wird sehr darauf geachtet, dass die Kinder sauberes Wasser zu trinken bekommen, es wird regelmäßig kontrolliert, ob sie Fieber haben oder andere Krankheitssymptome zeigen“, erzählt die Schulleiterin.

2010 erhielt die KGS für ihr Engagement den „Kinderwelten Award“. Das Preisgeld von 5000 Euro investierte die Schule in einen neuen Schulbus, um die Kinder verlässlich zur Schule und wieder nach Hause bringen zu können. Althoff ist es wichtig, dass Schüler und Eltern genau wissen, dass die Spenden ankommen und was damit geschieht. Infotafeln berichten regelmäßig über die neuesten Entwicklungen.

Zwischen den Schulen hat sich auch ein reger interkultureller Austausch entwickelt: An der KGS gibt es eine Ghana-AG, in Projekttagen lernen die Schüler afrikanische Kultur und das Leben dort kennen, umgekehrt lernen die Schüler in Obosomase über das Leben in Aachen und Deutschland. Für Schulleiterin Brigitte Althoff ist diese Schulpartnerschaft eine Bereicherung, für sich selbst und für die Schüler: „Es ist oft ein zähes Stück Arbeit, aber man muss dranbleiben und wenn man sieht, was wir erreicht haben, ist das wunderbar.“

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