Aachen - Grüner Pfeil: Da sieht die Stadt meistens Rot

Grüner Pfeil: Da sieht die Stadt meistens Rot

Von: Robert Esser
Letzte Aktualisierung:
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Auslaufmodell? Etwa ein Drittel der Grünen Pfeile sind seit der Einführung im Jahr 2000 wieder verschwunden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Den Grünen Rechtsabbiegerpfeil lässt die Stadt Aachen zunehmend links liegen. Wo Kritik an dem kleinen Verkehrszeichen aufkeimt, das vielerorts zu besserem Verkehrsfluss beiträgt, verschwindet es wieder. Zuletzt schraubte man die Grünen Pfeile an der Einmündung Elsassstraße/Dresdener Straße und Joseph-von-Görres-Straße/Jülicher Straße ab.

Laut Presseamt verschwand der Pfeil im Ostviertel, weil die Ampelanlage sehbehindertengerecht umgerüstet wurde. Danach hätten Autofahrer via Grünem Pfeil die querenden Fußgänger gefährdet, heißt es. Ganz anders an der Jülicher Straße: Dort hatte eine Kollision einen Verletzten gefordert, weil ein Radfahrer die Verkehrsregeln ignorierte - während der unfallbeteiligte Autofahrer am Grünen Pfeil regelgerecht abbiegen wollte.

Fast Grund genug für die Stadt, auch diesen Pfeil zu demontieren. Als Eltern dann die Schulweg-Sicherheit in Frage stellten, war das Schildchen endgültig weg. Dafür ist der tägliche Rückstau auf der Joseph-von-Görres-Straße zwischen Jülicher Straße und Europaplatz wieder da.

Wie viele Grüne Pfeile die Stadt aktuell noch an ihren Ampeln besitzt, konnte sie auch nach zweitägiger Recherche nicht herausfinden. „Es sind wohl etwa 42 Pfeile an rund 20 Kreuzungen und Einmündungen übrig”, erklärte Axel Costard vom Presseamt. Tatsächlich könnten es mittlerweile weniger sein. Über 30 Prozent der Pfeile sind nach zehn Jahren verschwunden.

Erst im Jahr 2000 war der Grüne Pfeil - ein Relikt des DDR-Verkehrsrechts - im Westzipfel angekommen. 29 Kreuzungen und Einmündungen bestückten die Verkehrsplaner in der Kaiserstadt. Damit Rechtsabbieger trotz Rotlicht (nach kurzem Ampel-Stopp) bis zur Sichtlinie vorfahren und nach erneutem Stopp abbiegen - so kein Verkehr von links oder gar ein Fußgänger kommt. Bereits 2001 hatte die Polizei nach zwölfmonatiger Testphase festgestellt: Kein einziger Unfall kam zur Anzeige, und: „Der Verkehr fließt nach rechts schneller ab.” Auch 2011 bestätigt Polizeisprecherin Sandra Schmitz: „Uns liegen keinerlei Erkenntnisse über Unfallhäufungen aufgrund der Regelung zum Grünen Pfeil in Aachen vor.”

Die Stadt macht keinen Hehl daraus, dass Bürger-Anfragen zur Installation neuer Pfeile wenig Aussicht auf Erfolg haben. „Wir haben das Stadtgebiet 2001 umfassend geprüft. Es werden keine neuen Grünen Pfeile in Erwägung gezogen”, teilte das Presseamt auf Anfrage der Aachener Zeitung mit. So ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis die Grünen Pfeile gänzlich aus der Stadt verschwinden.
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