Grüne zum Tivoli: „Sponsoring auf hohem Niveau“

Von: Stephan Mohne
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Kritisiert die hohen Kosten des Tivoli-Betriebs für die Stadt: Helmut Ludwig von den Grünen.

Aachen. 1,8 Millionen Euro muss die Stadt in diesem Jahr in den Tivoli pumpen. So hoch wird das Defizit der städtischen „Aachener Stadion-Beteiligungsgesellschaft“ (ASB) sein. Sie ist seit dem Kauf des 2009 eröffneten Stadions durch die Stadt im vergangenen Jahr für den Betrieb dort zuständig.

Unsere Zeitung hatte über den entsprechenden Wirtschaftsplan der Gmbh berichtet, der vergangene Woche dem Aufsichtsrat vorgelegt worden war. Und dieser Wirtschaftsplan und seine Details bringen die Grünen mächtig auf die Palme. Sie üben scharfe Kritik an deutlich gestiegenen und ihrer Auffassung nach zu hohen Kosten.

Zum einen sind die Kostensteigerungen durch notwendige Instandsetzungsarbeiten verursacht. „Mächtig zu Buche schlägt aber auch der starke Anstieg der Personalkosten“, so Helmut Ludwig, Geschäftsführer der Ratsfraktion. Im Wirtschaftsplan sind 517.000 Euro dafür veranschlagt, im vergangenen Jahr waren es rund 230.000 Euro. Bereits bei Gründung der Gesellschaft hätten die Grünen die personelle Ausstattung kritisiert.

„Damals waren die Stellen für Hausmeister, Greenkeeper, Sanitär- und Heizungsmeister und Concierge damit begründet worden, dass die Festanstellung dieser Personen insgesamt günstiger käme als die Vergabe von Einzelaufträgen an Unternehmen“, so Ludwig. Mittlerweile sei die ASB bei neun Vollzeit- und fünf Teilzeitstellen angelangt. Dem Aufsichtsrat waren jetzt zwei zusätzliche Stellen präsentiert worden – eine kaufmännische Kraft, die auch die Vertretung der Geschäftsführerin sein soll, und die Stelle eines Architekten, weil durch den Instandhaltungsstau die Arbeit mit dem bisherigen Team nicht mehr zu schaffen gewesen sei.

„Der Aufsichtsrat war angesichts der geplanten Steigerung des Defizits um insgesamt eine Million Euro offenbar doch relativ ratlos. Der vorgesehene Empfehlungsbeschluss an die Gesellschafterversammlung wurde nicht gefasst, die Vorlage lediglich zur Kenntnis genommen“, berichtet Ludwig. Zwar habe sich die Vermietungssituation im Stadion „mit dem Einzug des Spielcasinos zumindest für ein paar Jahre erfreulich positiv entwickelt“. Dennoch müsse „bei der Kostenentwicklung deutlich auf die Bremse getreten werden“, so die Grünen.

„Unter die Lupe nehmen“

Neben zu hohen Personalkosten und „dem Aufbau einer doch eher aufgeblähten Selbstverwaltung des Stadions“ müsse man auch die Leistungen für Alemannia Aachen kritisch unter die Lupe nehmen. Ludwig: „Wenn beispielsweise die Rasenpflege durch die Stadt übernommen wird und die tatsächlich entstehenden Nebenkosten nicht auf den Verein umgelegt werden können, da im Mietvertrag nur eine Pauschale vereinbart wurde, findet hier gegenüber dem Fußballclub ein Sponsoring auf hohem Niveau statt.“

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