Aachen - Grüne wollen „Mischversuch“ am Grabenring

WirHier Freisteller

Grüne wollen „Mischversuch“ am Grabenring

Von: Rolf Hohl
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Auf Aachens Straßen kann man zuweilen nicht gerade von einer harmonischen Koexistenz von Autofahrern und Radfahrern sprechen. Die politischen Parteien sind dennoch einig, dass der Radverkehr stärker gefördert werden soll – nur bei der Frage nach dem Wie herrscht alles andere als Konsens.

Mit einer Art Feldversuch wollen die Grünen deshalb nun – kurz vor der Bundestagswahl – öffentlichkeitswirksam Schwung in die Diskussion bringen. Am Samstag, 9. September, soll demnach ab 14 Uhr der innere Grabenring temporär zur Fahrradstraße werden.

„Das soll keine Demonstration werden, wie etwa bei der Sternfahrt gegen Tihange, sondern ein Mischverkehr von Autos und Fahrrädern, bei dem alle gemeinsam dieselbe Straße nutzen“, erklärt Relindis Becker, sachkundige Bürgerin der Grünen im Mobilitätsausschuss der Stadt Aachen. Man wolle schließlich nicht die Autos verbieten, sondern zeigen, dass ein Miteinander auf den Straßen funktionieren könne, ohne dass andere Verkehrsteilnehmer gefährdet würden.

Dazu würde während dieses Experiments die Geschwindigkeit auf dem Grabenring auf 30 Stundenkilometer begrenzt werden, was bei dem dort herrschenden Verkehrsaufkommen jedoch kaum bemerkbar sein dürfte. „Wir wollen endlich weg vom Kampf der Fahrradfahrer gegen die Autofahrer“, so die Grünen-Ratsfraktionsvorsitzende Ulla Griepentrog. Das solle dann nach dem Vorbild der sogenannten Radvorrangroute geschehen, auf der Radfahrer grundsätzlich Vorrang vor anderen Verkehrsteilnehmern haben. Eine solche Route – von Brand bis in die Innenstadt – wurde bereits vor einigen Monaten von der Projektgruppe „Fahrradfreundliches Brand“ ins Gespräch gebracht.

Dort soll auf verkehrsarmen Nebenstraßen durch deutliche rote Markierungen an beiden Fahrbahnrändern und die Beschränkung auf Tempo 30 eine solche Vorrangroute entstehen. „Im Moment ist es auf Straßen ohne Radstreifen häufig so, dass man als Fahrradfahrer abgedrängt und beschimpft wird“, sagt Herbert Kruff von „Fahrradfreundliches Brand“. Mit der Vorrangroute würde das Umsteigen auf das Rad bei vielen Leuten weniger Überwindung kosten, ist er überzeugt. Wie der Mischverkehr jedoch auf einer solch vielbefahrenen Straße wie dem inneren Grabenring funktioniert, soll sich anhand der geplanten Fahrrad-Aktion der Grünen zeigen.

Alleine beim Versuch soll es am Ende aber nicht bleiben: Nach rund anderthalb Stunden sollen sich um 15.30 Uhr die Teilnehmer dann vor dem Super C bei der „Fahrrad-Arena“ versammeln und von ihren Erfahrungen berichten. Auf dem Podium werden zudem die niederländische Verkehrsexpertin Ineke Spapé und die Grünen-Bundestagskandidatin Katrin Feldmann über Mobilitätskonzepte für Aachen diskutieren.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert