Aachen - Grüne wollen Flächen für „Urbane Landwirtschaft“

Grüne wollen Flächen für „Urbane Landwirtschaft“

Von: Kathrin Albrecht
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Rund 240 Grünflächen gibt es in der Stadt Aachen. In einem Antrag an den Rat bittet die Fraktion der Grünen darum, dass die Verwaltung das Prinzip der „Urbanen Landwirtschaft“ in die Freiraumplanung einarbeiten soll.

Neben Blumen, Rasen oder Bodendeckern sollen dann auch Obststräucher oder Gemüsebeete angelegt werden. Andere Städte wie Andernach mit ihrem Konzept der „Essbaren Stadt“ oder Mainz haben solche Stadtgärten bereits. „Wir glauben, dass es auch in Aachen gut möglich ist“, erläutert Sabine Göddenhenrich, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion.

Ein Beispiel für so einen Stadtgarten gibt es bereits mit der Initiative „Hirschgrün“, der in der Richardstraße von einem privaten Verein gepflegt wird. Die Beete würde die Stadt Aachen anlegen, in die Pflege möchten die Grünen Aachener Bürger einbeziehen. „Es gibt in Aachen viele Bewohner von Mehrfamilienhäusern, die keinen eigenen Garten haben, jedoch gerne etwas im Garten tun würden. Wir können auf diese Weise das ehrenamtliche Engagement stärken“, meint Göddenhenrich.

Im Auge hat sie dabei vor allem vernachlässigte Grünflächen, wo außer Rasen oder Bodendeckern wenig gedeiht – wie zum Beispiel an der Ecke Barbarossaplatz/Hohenstaufenallee: „Statt Rasen könnten hier Tomaten, Kohlrabi oder Kräuter ausgesät werden.“ Grünflächen, die bislang eher ein Schattendasein fristeten, würden so zu neuen öffentlichen Räumen aufgewertet, Treffpunkte für die Nachbarschaft könnten so entstehen.

Sorge, dass die Beete durch Vandalen zerstört würden, hat Göddenhenrich nicht: „Andere Städte haben damit gute Erfahrungen gemacht.“ Außerdem könne die Stadt mit den Gärten auch die Kosten für die Pflege der Grünflächen senken. „Wechselstaudenbeete verursachen ein Mehrfaches an Kosten als mehrjährige Staudenbeete“, heißt es im Antrag.

Nicht zuletzt hätten die Stadtgärten auch eine pädagogische Funktion: „Kinder wissen zum Teil nicht mehr, wie etwas wächst. Auf diese Weise können wir Obst- und Gemüseanbau, -ernte und gesunde Ernährung wieder erlebbar machen.“ Der Zeitpunkt für den Antrag könnte gut gewählt sein: Derzeit arbeitet die Stadtverwaltung am „Masterplan 2030“, bei dem auch ein Freiraum- und Umweltkonzept für die Gesamtstadt vorgeschlagen wird. „Es wird zunehmend attraktiver, in der Stadt zu leben, gleichzeitig brauchen wir gründe Flächen, um unser Klima im Gleichgewicht zu halten.

Pflücken erlaubt

Dafür sind auch die Gärten in der Stadt wichtig.“ Wird der Antrag angenommen, könnte es dann auch in Aachen – ähnlich wie in Andernach – „Pflücken erlaubt“ statt „Betreten verboten“ auf einigen Grünflächen heißen.

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