Grüne wollen „e.GO Mover“ testweise als Cityliner einsetzen

Von: Matthias Hinrichs
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Mit dem neuen „e.Go Mobile“ über den Markt durch die City: Die Grünen-Politiker Relindis Becker und Achim Ferrari wollen den innovativen Elektro-Minibus testweise als neuen Cityliner auf Kurs bringen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Warum in die Ferne schweifen, wenn es darum geht, ein allseits heiß ersehntes ÖPNV-Projekt im Herzen der City endlich auf Kurs zu bringen? Fragen die Grünen mit Blick auf die Pläne, den vielbeschworenen Marktliner baldmöglichst wieder durch die Altstadt rollen zu lassen.

Wenn schon, denn schon – meinen Achim Ferrari, Ratsherr und Vorsitzender des Mobilitätsausschusses, und Relindis Becker, sachkundige Bürgerin der Grünen: In Gestalt des brandneuen „e.GO Mover“, made in Aachen, nämlich aus der Werkstatt der jüngst gegründeten Aachener e.GO Mobile AG, könnte der innovative Minibus vorerst testweise auch am Rathaus vorbeirollen. „In der nächsten Sitzung des Mobilitätsausschusses wollen wir die Verwaltung per Ratsantrag auffordern, Gespräche mit dem Unternehmen aufzunehmen“, erklärte Ferrari am Donnerstag.

Dort könnte der Chef-Entwickler des elektrobetriebenen Mobils schließlich auch persönlich Auskunft geben: Den Vorstandvorsitzenden des Unternehmens mit Sitz am Campus-Boulevard, Professor Dr. Günther Schuh, hat Ferrari bereits zum Vortrag eingeladen. So könne der strombetriebene Kleinbus in absehbarer Zeit gleich in doppelter Hinsicht in den Testbetrieb gehen, hofft er. „Noch ist das Fahrzeug ja nicht serienreif. Da läge es doch nahe, es auf einer Strecke durch die Innenstadt zunächst einmal probeweise einzusetzen.“

Die Aseag möge daher nun prüfen, ob eine Linienführung vom Hauptbahnhof via Markt bis zum Campus Melaten praktikabel wäre. „Damit wäre zugleich ein guter Marketing-Effekt für die Stadt verbunden – zumal das Produkt eben in Aachen entwickelt worden ist“, betont Becker. Und: „Die Bürger könnten die neue Technologie so buchstäblich ,erfahren‘.“ Der Prototyp, der im vergangenen Monat offiziell vorgestellt wurde, biete mit neun Sitzen immerhin Platz für insgesamt 15 Passagiere – und sei gegebenenfalls sicherlich ausbaufähig.

Wie teuer das Unterfangen die Stadt letztlich komme, sei freilich offen. Die Aseag müsste während der Testphase aber zunächst gegebenenfalls nur die Fahrer bereitstellen. Wobei der „Mover“ über kurz oder lang ohnedies autonom, also ohne Chauffeur, unterwegs sein soll. Auch über die genaue Linienführung und die Taktung – bislang war nach der Initiative der FDP stets von 7,5 oder 15 Minuten die Rede – müsste natürlich noch nachgedacht werden.

Kurzum: In jedem Fall wäre der Vorschlag bestens geeignet, mit den technologischen Pfunden der Stadt zu wuchern und aus der aktuellen Not in Sachen ÖPNV-Anbindung eine Tugend zu machen, meint Relindis Becker: „Da kann man ruhig mal ein bisschen angeben.“

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