Grüne wollen die WM auf den Tivoli holen

Von: Oliver Schmetz
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Public Viewing auf dem Tivoli: 2012 flimmerten im Stadion Kinofilme über die Großbildleinwand, in diesem Sommer könnten es Spiele der Fußball-WM sein. Das beantragen die Grünen, um in der Innenstadt Kollisionen mit Karlsjahr und Heiligtumsfahrt zu vermeiden. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Das Bistum bittet zur Heiligtumsfahrt, die Stadt lädt zum Karlsjahr, und dann steht auch noch die Fußball-WM auf dem Terminplan: Es könnte im Sommer eng werden auf den zentralen Plätzen der Stadt. Zwar findet das Kräftemessen der besten Fußballer des Planeten bekanntermaßen vom 12. Juni bis zum 13. Juli im weit entfernten Brasilien statt, doch winken damit auch Aachen spezielle „Spieltage“.

Schließlich ist spätestens seit dem „Sommermärchen“ während der Heim-WM 2006 das Public Viewing – also das öffentliche Fußballgucken – zum Kult-Event geworden kaum mehr wegzudenken.

Doch wie kann man verhindern, dass es auf Markt und Katschhof eine möglicherweise komplizierte Kollision zwischen Karlsjahrtouristen, Wallfahrtspilgern und Fußballfans gibt – zumal sich die Heiligtumsfahrt (20. bis 29. Juni) rein terminlich betrachtet mitten in den WM-Spielplan einbettet? Die Aachener Grünen haben auf diese Frage eine ziemlich einfache Antwort gefunden und plädieren dafür, den Fußball dorthin zu schicken, wo er in Aachen hingehört – auf den Tivoli.

Per Ratsantrag wollen sie die Stadtverwaltung beauftragen, rechtzeitig ein Konzept für das Public Viewing während der Fußball-WM zu erstellen und dabei insbesondere das Aachener Stadion an der Krefelder Straße als Veranstaltungsort zu prüfen. Schließlich seien „das Zurschaustellen der Heiligtümer und die Fußball-WM gleich zwei große Public-Viewing-Ereignisse, die wir hier in Aachen unter einen Hut bekommen müssen“, wie der grüne Ratsherr Hermann Josef Pilgram mit einem Augenzwinkern meint. Und mit der Einbeziehung des Stadions am Rande der Stadt könne man drohende „Engpässe“ und „Interessenkonflikte“ verhindern – ganz abgesehen davon, dass dort, wie die Grünen schreiben, die „brasilianische Atmosphäre sich in der gewohnt stimmungsvollen Kurve ungehindert ausbreiten kann“. Und nicht zuletzt „passt dieser Vorschlag auch gut in das gedankliche Konstrukt, den Bebauungs- und Flächennutzungsplan rund um den Tivoli zu erweitern, etwa um zusätzliche Nutzungen des Stadions zu ermöglichen“, meint Jonas Paul, Sprecher der Grünen im Sportausschuss. Schließlich ist die Stadt an solcherlei geldbringenden Nutzungen bekanntlich ganz besonders interessiert, seit die Politik im Zuge der Alemannia-Insolvenz den Kauf des Stadions beschlossen hat.

Ein Public Viewing hat der Tivoli im Übrigen bereits erlebt. Knapp 10 000 Zuschauer blickten dort im Sommer 2012 an mehreren Tagen gebannt auf eine riesige Leinwand, auf der allerdings Kinofilme liefen. Falls die Grünen nun die WM auf den Tivoli holen sollten, wird es diesmal lauter zugehen – und das Ende offen sein.

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