Grüne wollen Artenvielfalt erhalten

Von: Nadine Tocay
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Aachen. In NRW sind rund 34.000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten beheimatet. Fast die Hälfte von ihnen steht auf der roten Liste – diese Arten sind also vom Aussterben bedroht.

Um dieses Artensterben aufzuhalten, hat die Grünen-Fraktion im Rat der Stadt nun einen Antrag zum Schutz bedrohter Arten gestellt.

Ihr Ziel ist es, die biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft zu erhalten. Die Landwirtschaft gilt als ein bedeutender Faktor bei der Vernichtung von Arten. „Es werden viele Insektizide und Dünger eingesetzt, die Mahd erfolgt häufig zu früh und oft werden Weiden und Wiesenflächen in Äcker umgewandelt“, erklärt Martin Knörzer, sachkundiger Berater der Grünen.

Durch die hohe Anzahl an Äckern seien Feldwege und Ausgleichsflächen von noch größerer ökologischer Wichtigkeit für Tiere und Pflanzen. „Sie müssen unbedingt erhalten bleiben und ausgebaut werden“, betont Knörzer. Oft würden diese Flächen jedoch unerlaubt für Ackerbau genutzt.

Daher formuliert die Partei in ihrem Antrag ganz klar die Forderung für Aachen: „Nicht verpachtete, öffentliche Flächen sollen nicht unbefugt bewirtschaftet werden!“ Mit dem Problem des Artensterbens hat sich auch das Land NRW beschäftigt und im Januar 2015 eine Biodiversitätsstrategie veröffentlicht. Diese weist Wege, um naturnahe Strukturen in der Agrarlandschaft und Schutzmöglichkeiten des Grünlandes zu schaffen. „Die Werkzeuge zum Schutz der Arten bestehen, man muss sie nur einsetzen“, betont Kaj Neumann, umweltpolitischer Sprecher der Grünen.

Hier seien die Kommunen gefragt, um die Strategie durchzusetzen. Es sei nötig, die Landwirte über die korrekte Bearbeitung der Weg- und Feldraine sowie Ausgleichsflächen anzuweisen, die Landwirtschaftskammer solle in den Prozess mit einbezogen werden und renaturierbare Flächen müssten erfasst werden.

Eines möchte Neumann jedoch ausdrücklich betonen: „Die Landwirte sind nicht unsere Feinde. Wir hoffen auf eine Zusammenarbeit, um die Biodiversität in der Region gemeinsam zu stärken.“ Am Mittwoch, 22. März, wird im Rat der Stadt über den Antrag beraten. Danach können weitere Schritte in die Wege geleitet werden.

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