Grüne Vision: Markthalle soll Großkölnstraße beleben

Von: Oliver Schmetz
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Das nächste Viertel zum Erneuern: Für den Block rund um das frühere Pfeiffer-Kaufhaus fordern die Grünen einen Bebauungsplan. Foto: Schmitter, Jaspers
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Und im alten Umspannwerk an der Minoritenstraße können sie sich gut eine Markthalle vorstellen. Foto: Schmitter, Jaspers
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Präsentieren die Pläne der Grünen: Relindis Becker und Ratsherr Michael Rau. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Wo das ehemalige Pfeiffer-Kaufhaus seit rund 15 Jahren leer steht, entstehen neue Gebäude – im Erdgeschoss Einzelhandel, darüber Wohnungen. Der gesamte und teils ziemlich heruntergekommene Block zwischen Großkölnstraße, Minoritenstraße und Hirschgraben wird neu gestaltet.

Platz wird dort dann auch für eine neue Turnhalle sein, vielleicht sogar in einem der Obergeschosse. Damit wäre das denkmalgeschützte historische Umspannwerk an der Minoritenstraße, das heute noch als dringend benötigte Schulturnhalle dient, frei für eine neue Nutzung: eine Markthalle mitten in der City...

Zukunftsmusik, klar. Aber die Aachener Grünen wollen auf dem langen Marsch dorthin nun die ersten Töne blasen. Per Ratsantrag fordern sie die Verwaltung auf, einen Bebauungsplan für besagten Baublock aufzustellen, um die städtebaulichen Ziele an dieser Stelle festzuschreiben. Natürlich weiß auch Michael Rau, planungspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Rat, dass das kein Allheilmittel ist, um schnell Bewegung in eine Ecke Aachens zu bringen, die seit langer Zeit von städtebaulichem Stillstand geprägt ist. Aber er glaubt, dass solch eine Steuerung Grundstücke und Nutzungen mobilisieren kann, die im allgemeinen Interesse der Aachener Innenstadtentwicklung liegen.

Und das tut dort not. So ist das Pfeiffer-Areal seit langem im Besitz der Eigner-Familie des Modehauses Peek & Cloppenburg, das sich aber nun in der Adalbertstraße ansiedeln will. Sämtliche Kaufversuche großer Aachener Investoren scheiterten dem Vernehmen nach bislang. „Wir wollen diesen Spekulationen ein Ende setzen, indem wir klare Ziele formulieren“, sagt Rau, der sich ohne einen solchen Vorstoß große Sorgen um die Zukunft der Großkölnstraße macht. „Dort gibt es ja jetzt schon im unteren Bereich Probleme.“

Wichtigstes Ziel ist aus Sicht der Grünen an dieser Stelle die Stärkung des innerstädtischen Wohnens, weswegen der Einzelhandel aufs Erdgeschoss beschränkt werden soll. Reizvoll ist für Rau aber auch die nahtlose Anknüpfung ans Nikolausviertel, für das gerade die Umsetzung des Wettbewerbsergebnisses erarbeitet wird.

Absoluter Clou wäre es jedoch für die Grünen, wenn sich mit der Entwicklung des Pfeiffer-Blocks auch ihre Lieblingsidee einer Markthalle realisieren ließe – zumal das „nicht nur ein Wunsch der Aachener Grünen, sondern auch der Bevölkerung ist“, wie Rau betont. Funktionieren könnte die Idee, indem man in der „gigantischen Baumasse“ des Plangebiets eine neue Turnhalle unterbrächte, womit das denkmalgeschützte Gemäuer in der Minoritenstraße frei wäre fürs Markttreiben.

Der Architekt Stefan Brasse hat für diese Markthalle erste Planskizzen erstellt, die bereits in der Bezirksvertretung und im Planungsausschuss unverbindlich vorgestellt wurden. In Kürze wolle er, so Brasse, mit der Stadt darüber sprechen. Rau findet den Gedanken schlicht „genial“, weil das Gebäude der Stadt gehört, neben einem Parkhaus liegt und nur 150 Meter vom Markt entfernt ist. „Und solch eine Markthalle könnte auch die Frequenz in der Großkölnstraße wieder erhöhen.“

Allerdings wird all das dauern. Rau schätzt, dass fünf bis zehn Jahre ins Land gehen, „bis man das angestoßen bekommt“. Zukunftsmusik eben. Aber, so der grüne Planungspolitiker: „Diese Zeit muss sich die Stadt nehmen.“

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