Aachen - Grüne schaffen Fakten: Die unerlaubte Tempo-30-Zone

Grüne schaffen Fakten: Die unerlaubte Tempo-30-Zone

Von: Stefan Herrmann
Letzte Aktualisierung:
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Guerilla-Verkehrsaktion am Krugenofen: Die Grünen fordern Tempo 30 auf der vielbefahrenen Straße, um Fahrradfahrer besser zu schützen. Jetzt haben sie erst einmal selbst „Fakten“ geschaffen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. So genau weiß niemand, wie viele Verkehrsschilder in Aachen stehen. Zwischen 6000 und 30.000, schätzte die Stadt einmal vor einiger Zeit. Fakt ist: Seit Freitag gibt es exakt ein Schild mehr im Stadtbild. Die Grünen haben am Krugenofen kurzerhand eine Tempo-30-Zone ausgerufen.

Die verkehrsordnende Guerilla-Aktion solle, so wünscht es sich der mobilitätspolitische Sprecher Wilfried Fischer, die Stadt in einem Akt zivilen Ungehorsams öffentlich vertreten – und umsetzen.

Denn Tempo 30 ausschildern darf offiziell am Krugenofen – einer Bundesstraße – nur die zuständige übergeordnete Behörde der Bezirksregierung in Köln. Darauf beziehungsweise auf einen endgültigen Entscheid des Bundesverkehrsministers, ob künftig Städte selbst entscheiden dürfen, ob auf großen Verkehrsachsen Tempo-30-Zonen ausgewiesen werden, wollen die Grünen nicht warten.

Seit Monaten wird über die Verkehrssituation am Krugenofen diskutiert. Nach der millionenschweren Sanierung, die im Herbst 2015 abgeschlossen wurde, gilt dort zurzeit eigentlich Tempo 50. Würde das dauerhaft so bleiben, müssten rund 40 Parkplätze wegfallen. Zumindest dann, wenn man Radlern eine größere Sicherheit beim Befahren der stark frequentierten Straße – 17.000 Autos rollen pro Tag über den Krugenofen – bieten möchte. Denn bei Tempo 50 müssten über kurz oder lang Schutzstreifen angelegt werden, für die derzeit allerdings der Platz auf der Fahrbahn nicht reicht. Daher hieße die Konsequenz: Parkplätze weg. Das würde aber weder Anwohner noch Geschäftsleute vor Ort freuen, noch spiegelt es den Wunsch der Mobilitätspolitiker aller Fraktionen wider.

Nur: Einfach Tempo 30 einführen ist halt (noch) nicht erlaubt. Zumindest offiziell. Egal, finden die Grünen, und haben daher – festgezurrt mit zwei Kabelbindern – auf Höhe des Hauses Nummer 12 ein 30er-Schild angebracht. „Wir wollen nicht so lange warten, bis hier Unfälle passieren“, begründet Fischer die Aktion. Und wenn die Verwaltung doch erst einmal auf zivilen Gehorsam setzt und das Schild wieder abmontiert? „Dann darf die Stadt das Tempo-30-Zeichen gerne als Spende behalten“, meint Fischer mit einem Schmunzeln.

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