Aachen - Grüne: Parkhaus Büchel noch vor Weihnachten schließen

Grüne: Parkhaus Büchel noch vor Weihnachten schließen

Von: Oliver Schmetz
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Eine Baustelle, die die Grünen schließen möchten: Bevor weiteres städtisches Geld in die Sanierung des Parkhauses Büchel fließt, soll man das marode Gemäuer besser dicht machen, fordert die Partei in einem Ratsantrag. Foto: Michael Jaspers
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Poller haben Flatterband ersetz: Einige Parkplätze sind in dem beliebten Innenstadtparkhaus schon länger gesperrt. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Der Dreck muss weg – so könnte man es ausgesprochen flapsig formulieren. Und läge damit gar nicht so falsch. Denn eine stinkende Schmuddelecke in eigentlich bester Innenstadtlage ist das völlig marode, aber bestens frequentierte Parkhaus Büchel schon seit vielen Jahren. Und weg soll es eigentlich auch schon sehr lange.

Immer wieder wurde der Abriss des hässlichen Betonklotzes, der schon seit 2009 nicht unwesentlicher Bestandteil des Aachener Luftreinhalteplans ist, bereits angekündigt – doch passiert ist nie etwas. Zuletzt hat Oberbürgermeister Marcel Philipp, der den Abriss ebenfalls schon in mancher Neujahrsansprache angekündigt hatte, davon gesprochen, dass sich rund um den Büchel – und damit auch in Sachen Parkhaus – bis 2020 gar nichts tun werde. Schließlich brauche das Planverfahren für das komplexe Großprojekt „Altstadtquartier“ noch viel Zeit.

Unter anderem diese zeitliche Perspektive hat nun die Aachener Grünen auf den Plan gerufen, die per Ratsantrag daran erinnern wollen, dass das marode Gemäuer doch eigentlich schon längst hätte verschwinden sollen. „Wir plädieren dafür, das Parkhaus so schnell wie möglich zu schließen, auf jeden Fall noch vor dem nächsten Weihnachtsgeschäft“, sagt der grüne Ratsherr Michael Rau. Auf keinen Fall dürfe es weitere Sanierungsmaßnahmen in dem Bauwerk geben, dass seit geraumer Zeit vor sich hin bröckelt.

Denn dann würden, vermuten die Günen, über die städtische Parkhausgesellschaft Apag, womöglich städtische Gelder in ein Gebäude gesteckt, dass längst den beiden Büchel Investoren Norbert Hermanns und Gerd Sauren gehört. „Das wäre ein Schildbürgerstreich“, sagt Rau. Vor allem eine angesichts der vielen sichtbaren Schäden eventuell nötige umfassende Betonsanierung wäre nicht mehr zu tolerieren, sagt der planungspolitische Sprecher der Grünen und urteilt: „Wenn das eine Schule wäre oder eine Pausenhalle, dann wäre sie längst zu.“

Doch den Grünen geht es auch um die Umwelt. „Wir müssen den Luftreinhalteplan endlich umsetzen“, sagt die Fraktionsvorsitzende Melanie Seufert. Und Rau ergänzt, dass er es für „spektakulär, um nicht zu sagen skandalös“ hält, dass der Abriss des Parkhauses Büchel im Luftreinhalteplan immer genannt werde, um Schadstoffe in der Innenstadt zu reduzieren – und es immer noch stehe. Im vorigen Jahr habe die Kölner Bezirksregierung bei der Aachener Stadtverwaltung sogar eigens noch einmal nachgefragt, was denn nun mit dem Abriss sei, erinnern die Grünen – passiert sei nichts. Und auch die große Koalition packe das Thema nicht an, singe aber gleichzeitig das hohe Lied auf den Aachener Luftreinhalteplan. „Es ist alles heiße Luft, was die Mehrheit hier in Aachen zur Luftreinhaltung erzählt“, kritisiert Rau.

Nach Ansicht der Grünen „liegt der Ball nun bei der Apag und beim Stadtrat“. Der Rat müsse die Geschäftsführung der Apag auffordern, die Gebäudeteile des Parkhauses, die bei bauaufsichtlichen Überprüfungen erhebliche Mängel aufweisen, zu sperren und keine weiteren Finanzmittel in die Sanierung zu investieren. Außerdem müsse die Stadtverwaltung gemeinsam mit der Apag prüfen, ob für einen Übergangszeitraum bis zum endgültigen Abriss das Erdgeschoss als Einstellfläche für Fahrräder und das Untergeschoss als Bewohner- und Anliegerparkhaus genutzt werden können.

Probleme sieht Rau dabei nicht. Das Parkhaus-Grundstück könne unabhängig von einer Lösung der Probleme in der Antoniusstraße entwickelt werden. „Und Parkplätze gibt es hier ohne Ende.“ Die Leute müssten „nur 150 Meter weiter gehen“, meint Rau. Aber so würde man in Sachen Luftreinhaltung Farbe bekennen.

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