Aachen - Grüne packen Messgeräte aus: Dampf machen für eine sauberere Luft

Grüne packen Messgeräte aus: Dampf machen für eine sauberere Luft

Von: Oliver Schmetz
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Die Grünen packen im Wahlkampf die Messgeräte aus: Der Dürener Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer (links), der Bundestagskandidat für den Wahlkreis Aachen-Land Alexander Tietz-Latza und Katrin Feldmann, Kandidatin für den Wahlkreis Aachen-Stadt, wollen wissen, wie hoch an der Franzstraße die Belastung mit Stickoxiden und Feinstaub ist. Foto: Andreas Schmitter
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Die Grünen packen im Wahlkampf die Messgeräte aus: Der Dürener Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer, der Bundestagskandidat für den Wahlkreis Aachen-Land Alexander Tietz-Latza und Katrin Feldmann, Kandidatin für den Wahlkreis Aachen-Stadt, wollen wissen, wie hoch an der Franzstraße die Belastung mit Stickoxiden und Feinstaub ist. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Ein bisschen provisorisch sieht es schon aus, wie Oliver Krischer versucht, die kleine weiße Dose mit Kabelbinder an dem Regenfallrohr zu befestigen. Es ist eine simple Apparatur zum Messen des Stickoxidanteils in der Luft, die der Dürener Bundestagsabgeordnete da in der Franzstraße installieren will.

Neben ihm hält Alexander Tietz-Latza, grüner Bundestagskandidat für den Wahlbezirk Aachen-Land, das dazugehörige Chemikalienröhrchen in die Höhe. Und daneben lächelt Katrin Feldmann, Kandidatin für den Wahlkreis Aachen-Stadt, mit einem Feinstaubmessgerät in der Hand in die Kamera, mit der der Fotograf die neue Messstation ins Bild bannen will.

Dass die Grünen knapp vier Wochen vor der Bundestagswahl die Messgeräte auspacken, ist natürlich kein Zufall. Krischer hängt die kleinen Döschen in diesen Tagen auch in Eschweiler, Würselen und Herzogenrath auf. Die Grünen besetzen mit ihrer Protestaktion gegen die dreckige Luft in den Innenstädten ein urgrünes Thema, das durch den Abgasskandal in der deutschen Autoindustrie brandaktuell ist.

Sie wollen damit, wie Feldmann sagt, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) „ein bisschen Dampf unter dem Kessel machen“ und ganz generell der „Regierung auf die Füße treten, die viel Zeit mit der Maut verschwendet hat“, anstatt das „Recht auf saubere Luft“ der Bürger zu achten. Und Krischer, der auch Mitglied im Abgasuntersuchungsausschuss des Bundestags ist, unterstreicht außerdem, „dass wir Grüne dazu keine Fahrverbote wollen“, wie sie aktuell angesichts etlicher Klagen in vielen Städten drohen: „Es muss stattdessen endlich eine technische Nachrüstung der Fahrzeuge geben, die die Autoindustrie bezahlt, und nicht nur billige Softwareupdates, die nichts bringen.“

Mit der Messaktion wolle man auf dieses Problem aufmerksam machen und „ein politisches Signal setzen“, sagt Feldmann und beteuert, dass das Ganze „kein Jokus für die Wahl“ sei, sondern es um viel mehr gehe – nämlich nicht zuletzt auch um die Gesundheit vieler Menschen. Schließlich würden, so ergänzt Krischer, pro Jahr in Deutschland bis zu 10.000 Menschen an Verkehrsemissionen sterben – vornehmlich wegen zu hoher Stickoxidwerte.

Und weil solch hohe Werte tatsächlich auch in Aachen nach wie vor ein Problem sind, hängen die Grünen die Messgeräte nicht nur für den Fotografen auf, sondern wollen tatsächlich richtig messen. Dass das in Aachen nun praktischerweise direkt am eigenen Parteibüro geschieht, passt für Feldmann gut ins Bild. Schließlich herrsche nicht nur an der offiziellen Messstation an der Wilhelmstraße dicke Luft: „Auch hier in der Franzstraße gibt es einen steten Verkehrsfluss und viele Abgase“, sagt die Kandidatin.

In der ganzen Stadt könne man bestimmt 50 Standorte finden, an denen Stickoxidgrenzwerte übertroffen würden, ist Krischer überzeugt. Dass beim Feinstaub die Grenzen mittlerweile deutlich unterschritten werden – wie auch das Messgerät der Grünen an diesem Morgen belegt –, sei dabei kein Widerspruch. Dies zeige nur, dass die Verpflichtung der Autoindustrie zum Einbau von Partikelfiltern geholfen habe. Gleiches wolle man nun beim Stickoxid erreichen.

Die ersten verlässlichen Durchschnittsmesswerte für die Franzstraße wollen die Grünen voraussichtlich in zwölf Tagen vorlegen – also auf jeden Fall vor der Wahl.

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