Aachen - Grüne: Gefahr für Heydener Ländchen groß

Grüne: Gefahr für Heydener Ländchen groß

Von: Jan Weck
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Aachen. Neben dem Ortsausgangsschild von Richterich steht Robert Jahn und schaut Richtung Uersfeld ins Grüne. Er bangt um das Heydener Ländchen, das sich nördlich von Aachen erstreckt.

Ein völlig unsinniges Projekt sei das, sagt er und meint damit den geplanten Bau der B 258n. An der Kreuzung der Roermonder Straße in Richterich würde die Bundesstraße beginnen und bis nach Kerkrade reichen, die recht unberührte Feld- und Wiesenlandschaft dazwischen würde durchschnitten.

Schon seit Jahren erhitzt das Vorhaben des Bundesverkehrsministeriums die regionalen Gemüter, alle Fraktionen im Aachener Rat haben sich dagegen ausgesprochen, und trotzdem steht die B 258n noch immer im Bundesverkehrswegeplan.

Alle Fakten und Gründe

Jahn, Vorsitzender des Aachener Verkehrsausschusses und Mitglied der Grünen, möchte das mit Hilfe seiner Parteikollegen nun ändern. In einer Infobroschüre von Bettina Herlitzius (MdB) werden nochmals alle Fakten und Gründe gegen den Bau der Bundesstraße zusammengefasst. Die Anwohner der betroffenen Ortschaften werden die Broschüre in den nächsten Tagen in ihren Briefkästen finden. Denn gelingt es, die Öffentlichkeit zu mobilisieren, dann stärkt das auch die Verhandlungsposition des Landtags gegenüber dem Bundesverkehrsministerium, so die Überlegung.

Es ist das schlechte Kosten-Nutzen-Verhältnis, das den Bau der Bundesstraße zu einem absurden Projekt macht, sagt Jahn. 20 Millionen Euro auf deutscher und 13 Millionen Euro auf niederländischer Seite müssten investiert werden, doch von einer merklichen Verkehrsentlastung könne nicht die Rede sein. Zwar sinke das Verkehrsaufkommen in Kohlscheid und Herzogenrath nach optimistischen Schätzungen um etwa zehn Prozent, zwischen dem Autobahnanschluss Laurensberg und der Roermonder Straße sei aber mit deutlich dichterem Verkehr zu rechnen.

Bettina Herlitzius erinnert daran, dass der Preis der Bundesstraße nicht nur in Euro bezahlt würde. Von einem kleinen Aachener Kreuz spricht sie, das am Rande von Richterich entstehen könnte. Die Wohnqualität in Richterich würde sinken, Lärmbelästigung wegen fehlender Lärmschutzwände wäre wahrscheinlich.

Bernd Fasel, Mitglied der Grünen und im Verkehrsausschuss in Herzogenrath, nennt Alternativen zum neuen Straßenbau. Die Euregiobahn sei eine große Erfolgsgeschichte und könne so manche Autofahrt ersetzen. Ihr Ausbau mit einer Station in Richterich und einer Verbindung nach Kerkrade sei die deutliche bessere Möglichkeit, den Verkehrsfluss zu regulieren. Das Geld im Straßenbau solle lieber genutzt werden, um bereits vorhandene Straßen in akzeptablem Zustand zu halten.
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