Aachen - Grüne fragen: Wie gelingt Integration von Flüchtlingen besser?

Grüne fragen: Wie gelingt Integration von Flüchtlingen besser?

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Aachen. Wie kann die Integration der Flüchtlinge gelingen? Gemeinsam mit Monika Düker, Landtagsabgeordnete der Grünen, Stefan Graaf, Leiter des Jobcenters, und DGB-Chef Ralf Woelk diskutierten die Grünen in Stadt und Städteregion über diese und weitere Fragen.

Als wichtige Erfolgshebel wurden dabei eine gezielte Sprachförderung und die Vermittlung in Arbeit und Beschäftigung identifiziert.

An erster Stelle stehe jedoch die Sprachförderung. Doch es mangele an Pädagogen, und die Zulassung zu Integrationskursen werde nur sehr restriktiv genehmigt, kritisierte Graaf. Deutschkurse müssten auch für Menschen mit ungeklärtem Asylstatus geöffnet werden. Außerdem sei eine Kommunalisierung solcher Aufgaben erstrebenswert. Zudem könne Integration in Arbeit und Ausbildung nur durch einen gesicherten Status gelingen, so der Tenor der Referenten. Nach wie vor gebe es keine Sicherheit für junge Flüchtlinge, dass sie nach der Ausbildung weiter arbeiten dürften. Durch hohe Motivation seien aber alle Vorurteile schnell vergessen, so Düker.

Flexible Lösungen gefragt

Als weitere zentrale Forderung wurde ein generell barrierearmer Zugang zum Arbeitsmarkt genannt. Die Erteilung einer Beschäftigungserlaubnis dauere oft viel zu lange. Aus Gewerkschaftssicht unterscheide sich die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt nicht von der anderer benachteiligter Gruppen, so Woelk. Es dürfe keine Sonderrollen geben. Wichtig seien außerdem eine frühzeitige Kompetenzerfassung und die Anerkennung ausländischer Abschlüsse, meinte Graaf. Die Schwierigkeit liege darin, die Vielfalt an Abschlüssen in Einklang mit dem deutschen System zu bringen.

Um dem Sprachproblem entgegenzuwirken, wurden flexiblere Ausbildungsmöglichkeiten gefordert. So könnte der kleine Gesellenbrief wieder eingeführt werden. Dieser sieht vor, dass die Ausbildung zu Beginn eher praktisch orientiert ist. Ein weiterer Vorschlag lautete, Prüfungen sprachlich zu vereinfachen oder eine assistierte Prüfung zu ermöglichen. In Regionalkonferenzen sollen entsprechende Ideen weiterentwickelt werden. Graaf gab auch zu bedenken, dass es bei der Sprachförderung an Koordinierung und Begleitung mangele. Gerade wenn Menschen in Arbeit gebracht seien, sei auch hier professionelle Nachbetreuung erforderlich. Des Weiteren sei die Begleitung und Unterstützung von traumatischen Erlebnissen wichtig, und der Familiennachzug müsse gewährleistet werden. „Es ist nachvollziehbar, dass, wenn man in Sorge um die Familie ist, sich nur schwer auf andere Dinge konzentrieren kann“, äußerte ein Unternehmer.

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