Grüne fordern: „Wohnungsbau forcieren“

Von: Marie Ludwig
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Platz für städtischen Wohnungsbau? Die Grünen sehen im Stadion an der Karl-Kuck-Straße nach dem Umzug von Borussia Brand eine potenzielle Fläche dafür. Foto: Harald Krömer

Brand. Noch wird der Sportplatz in der Karl-Kuck-Straße Gebiet von Borussia Brand genutzt. Doch in den nächsten Jahren soll der Verein auf die neue Anlage am Brander Feld umziehen. Die Liegenschaft der Stadt wird somit frei.

Und Michael Rau, planungspolitischer Sprecher der grünen Ratsfraktion, hat auch eine Idee, wie die Anlage genutzt neu werden kann: „Auf dem Gelände könnten rund 100 bis 120 Wohnungseinheiten Platz finden.“

Angesichts des stetig wachsenden Wohnungsmangels sieht Rau die Notwendigkeit, dass die Stadt in Sachen kommunaler Wohnungsbau aktiv werde: „Wir haben ein riesiges Defizit in Aachen, was den sozialen Wohnungsbau betrifft.“

Er wirft der schwarz-roten Koalition vor, dass diese kein einziges Wohnprojekt dieser Art initiiert habe. „CDU und SPD tragen mit den jetzt entstehenden Wohnungen die Früchte der Planung aus den letzten fünf bis zehn Jahren davon“, sagt Rau. Einige Beispiele für die bereits entstandenen sozialen Wohnprojekte befinden sich in der Scheibenstraße, der Goerdelerstraße, am Eisenbahnweg und an der Vaalser Straße. Diese seien jedoch alle bereits Jahre zuvor geplant und beschlossen worden.

„Es müssen dringend neue Planungen von Seiten der Stadt stattfinden“, sagt Rau. Nur so werde es in Zukunft nicht zu Engpässen kommen. Das Gelände an der Karl-Kuck-Straße ist nur ein möglicher Standort. An der Rombachstraße und am Branderhofer Weg sei nach Einschätzungen der Grünen Gleiches möglich. Private Investoren könnten den Bau angesichts mangelnder Grundstücke und Kapazitäten allein nicht stemmen, so Rau.

Er und Sebastian Breuer, der für die Grünen im Planungsausschuss sitzt, haben einen Vorschlag wie der kommunale Wohnungsbau dennoch umgesetzt werden kann: „Baut die Stadt nicht selbst, kann ein Verkauf von Grundstücken an Stiftungen, die die Stadt verwaltet, zum Zweck des sozial geförderten Wohnungsbaus die Lösung sein.“

Das Konzept hierzu haben die Grünen bereits am 11. Mai dem Rat vorgestellt. Im Antrag argumentiert die Fraktion, dass rund drei Millionen Euro Stiftungskapital als Investitionsgeld zu Verfügung stehen könnten. Durch weitere Kündigungen von Geldanlagen und Mitteln aus den freien Rücklagen der Stiftungen könne sich der Betrag langfristig auf bis zu neun Millionen erhöhen.

Bei den 17 Stiftungen handelt es sich um treuhändisch verwaltete, rechtliche unselbstständige Stiftungen, die dem Vermögen der Stadt zugeordnet sind. Die Idee der Grünen: Durch die Investition der Stiftungsgelder in den Wohnungsbau habe nicht nur die Stadt Vorteile, sondern auch die Stiftungen könnten von den Investitionen profitieren: „Die Stiftungen verzinsen damit ihren Besitz und erwirtschaften eine solide Rendite. Für den Wohnungsbau erhalten sie Förderkredite, 25 Prozent davon sind sogar zuschussfrei“, so Rau.

Stadtkämmerin Annekathrin Grehling, in deren Obhut die Stiftungen sind, zeige sich jedoch „sehr unbeweglich“, findet der planungspolitische Sprecher. Grehling entgegnet dem: „Wir können die rechtliche Verwirklichung derzeit noch nicht einschätzen.“ Sie hält eine Finanzierung von kommunalen Bauvorhaben generell für denkbar, jedoch nicht ohne realistische Kostenprüfung.

„Wir müssen für die wirtschaftlich gesicherte Lage der Stiftungen sorgen“, sagt Grehling. Ob die Finanzierungsidee eine Chance zur Umsetzung hat, werde derzeit geprüft. Die Grünen hoffen, dass dies nicht zu lange dauern wird, „denn der Bedarf an neuen Wohnungen mit günstigen Quadratmeterpreisen wächst“, sagt Breuer.

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