Grüne fordern mehr mobile Tempoanzeigen

Von: Nicola Gottfroh
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Aachen. Die Effekte einer mobilen Geschwindigkeitsanzeige sind deutlich nachweisbar. Der Meinung ist Roland Jahn, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen- Ratsfraktion und Vorsitzender im Mobilitätsausschuss.

„Deshalb”, so sagt er, „fordern die Grünen den stärkeren Einsatz dieser Anzeigen.” In den vergangenen fünf Jahren seien bereits acht Anträge von Fraktionen in den Bezirksvertretungen oder von Bürgern zur Installation einer Geschwindigkeitsanzeige gestellt worden - und auf Ablehnung gestoßen, berichtet Jahn und nennt Gründe: Die Verwaltung sehe sich personell nicht in der Lage, den Einsatz und die Auswertung zu gewährleisten. Zudem sei die Wirksamkeit solcher Anlagen - aufgrund der fehlenden Strafverfolgung - fraglich.

„Mittel der Verkehrserziehung”

Viele Anwohner des Soerser Wegs sind anderer Meinung. Dort dokumentiert eine Anzeige derzeit das Verkehrsaufkommen und das Tempo der vorbeifahrenden Fahrzeuge. „Ich sehe als wichtiges Mittel der Verkehrserziehung”, sagt Professor Hans-Karl Rouette überzeugt. Er ist Sprecher des Soerser Forums, eines Zusammenschlusses engagierter Bürger, die sich auch für den Einsatz eines Gerätes stark gemacht haben.

Vier Wochen lang sammelt es nun Daten, die später vom Anlagenverleiher, der Verkehrswacht, ausgewertet werden - unter anderem über die Frequentierung der Straße und Geschwindigkeit der Fahrzeuge, die von der Krefelder Straße in Richtung Laurensberg/Richterich und umgekehrt unterwegs sind. Zudem, und das sei das Wichtigste, sagt Rouette, informiert die Anzeige Autofahrer über die gefahrene Geschwindigkeit in der 30er Zone. Temposündern wird ihr Fehlverhalten in leuchtenden Lettern vor Augen geführt.

Manche geben erst richtig Gas

Ursula Becker, Bezirksvertreterin der Grünen in Haaren: „Das Gerät konfrontiert die Verkehrsteilnehmer mit den eigenen Fehlern. Die Autofahrer denken über ihr Verhalten nach.”

Manchen Fahrer provoziere die Anzeige jedoch erst zum Geschwindigkeitsverstoß, weiß Rouette. Denn seit sie angebracht ist, haben die Anwohner Kurioses feststellen können. „Rund 50 Prozent der Fahrer bremsen, aber fünf Prozent geben noch einmal richtig Gas”, erzählt Rouette. Trotz dieser „Ausreißer” sieht er jedoch mehr Vor- als Nachteile.

Bislang wird das Aufstellen der Geräte nur in der Nähe von Kindergärten, Schulen und Altenheimen genehmigt. Doch dank der „positiven Effekte” möchte die grüne Fraktion im Rat den Antrag stellen, die Sondernutzungsgenehmigungen auszuweiten. In einem zweiten Schritt soll die Verwaltung mit der Beschaffung von zwei mobilen Geschwindigkeitsanzeigen beauftragt werden.
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