Grüne fordern „eTicket“ ohne Kontrollzwang

Von: red
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Schulbus Symbol
Zahlreiche Kinder warten noch auf ihre neuen Tickets. Symbolfoto: Franziska Kraufmann/dpa

Aachen. Unzweckmäßig und kontraproduktiv – so kennzeichnen die Grünen im Rat entscheidende Aspekte der Einführung von elektronisch lesbaren Dauerkarten bei der Aseag, die bereits seit einiger Zeit für Kritik sorgen.

Ab 8. Januar sollen alle Besitzer von Abotickets deren Gültigkeit über Lesegeräte checken lassen. Bis Ende des Jahres sollen die neuen „e-Tickets“ ausgeliefert werden, ab Anfang August ist der größte Teil der „School&Fun“-Tickets in Gestalt der neuen Chipkarte versandt worden – allerdings warten einige Schüler aufgrund von technischen Problemen noch auf die Zustellung.

Grundsätzlich sei die Umstellung zwar eine „gute Sache“, meinen die Grünen. Denn so werde es einfacher, zum Beispiel andere Mobilitätsangebote wie Carsharing oder Leihfahrradsysteme mit der neuen Abokarte zu verknüpfen. Doch das Konzept der Aseag, Lesegeräte ausschließlich an den hinteren Bustüren zu installieren, an denen sich künftig jeder Abokunde mit Chipkarte „einchecken“ muss, halten sie für eine „denkbar schlechte Idee“.

Der ÖPNV müsse unkompliziert und für alle einfach nutzbar sein, kritisiert Fraktionssprecherin Ulla Griepentrog; sonst werde er nicht angenommen. Seit Jahren habe sich die Praxis bewährt, auf den kontrollierten Einstieg zu verzichten – alle Fahrgäste könnten ein- und aussteigen, wo sie wollten. Dass die Umstellung Unmut bringen werde und durch das Einchecken an den hinteren Einstiegen mehr Zeitverzögerung und damit Verspätungen der Busse entstünden, zeichne sich ab.

„Die Verknüpfung des E-Ticketings mit der Einführung des kontrollierten Einstiegs ist technisch überhaupt nicht notwendig. Für das Image des ÖPNV ist es das falsche Signal – niemand versteht, warum die Aseag gerade jetzt neue Schikanen für die vielen Zeitkartenkunden einbaut“, meint Griepentrog. Bei der Bahn beispielsweise ändere sich durch die Einführung des elektronischen Tickets nichts.

Die Grünen fordern deshalb auch, auf das „Zwangseinchecken“ zu verzichten und den Kunden freizustellen, an welcher Tür sie ein- und aussteigen. Allerdings werde der Schritt auch mit hohen Schwarzfahrerquoten begründet. „Wenn die Aseag der Meinung ist, dass es zu viele Schwarzfahrer gibt, dann soll sie mehr personelle Kontrollen durchführen“, so Griepentrog.

Auch der Umstand, dass beim Einchecken am Leseterminal die letzten zehn Fahrten auf der Karte gespeichert werden sollen, ärgert die Grünen: „Auch da fragt man sich: warum? Es gibt keine guten Gründe, warum ein Verkehrsbetrieb bei Zeitkartenkunden Fahrtprofile speichert.“ Deshalb plädiere die Fraktion dafür, innerhalb des Stadtgebiets keinen kontrollierten Einstieg zu erzwingen, sondern dies als reinen „Service“ anzubieten, damit Fahrgäste überprüfen könnten, ob ihr Ticket gültig ist.

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