Aachen - Gründungmesse für Aachens größte katholische Pfarre

Gründungmesse für Aachens größte katholische Pfarre

Von: Christoph Classen
Letzte Aktualisierung:
franziskabild
Aachens größte Pfarre startet gemeinsam in die Zukunft: Pfarrer Franz Josef Radler versammelte viel Aktive der fusionierten Gemeinde Franziska von Aachen im Altarraum von St. Foillan.

Aachen. Es gab da eine Durchsage kurz vor Beginn der Messe in St. Foillan. Einigen sei es sicher beim Blick ins Liedblatt bereits aufgefallen, hallte es durch die zu diesem Zeitpunkt bereits bis weit über den letzten (Sitz-)Platz hinaus gefüllte Kirche: Die Musik würde im folgenden Gottesdienst viel Raum einnehmen.

Und das sei durchaus so gewollt, schließlich ließe sich durchs Singen prima „zueinander finden.” Die dadurch ein wenig verunsicherte Banknachbarin wollte wissen: „Ist denn heute was Besonderes?”

Ja, das war es. Denn bei der Eucharistiefeier wurde zusammengefügt, was nach dem Willen des Bischofs zusammengehört. Namentlich sind das die Innenstadtpfarreien Heilig Kreuz, St. Adalbert, St. Andreas, St. Marien, St. Peter und St. Paul sowie St. Foillan. Das Gotteshaus letzterer war als Pfarrkirche der sieben ehemals eigenständigen Gemeinden bestimmt worden, weswegen der Gründungsgottesdienst auch dort stattfand. Getauft wurde die neue Pfarre, die mit ihren 19613 Katholiken nun die größte der Stadt ist, auf den Namen Franziska von Aachen.

Eine gute Wahl wie Pfarrer Franz Josef Radler, der gemeinsam mit Pfarrer Ruprecht van de Weyer für die neue Großgemeinde zuständig ist, befand. Denn: „Unsere neue Pfarrpatronin ist uns nicht fremd”, sagte Radler und bat wie zum Beweis die Armen-Schwestern vom Heiligen Franziskus nach vorne an den Altar. Und neben den „priesterlichen Kollegen” war es Radler ebenso wichtig die Gemeindemitglieder an seiner Seite zu wissen. Das sollte der Gottesdienst deutlich machen.

Radler: „Bei der Gründung einer Gemeinschaft geht es nicht nur um Pfarrer, sondern um viel mehr Menschen.” Josef Voß sieht das ganz ähnlich. Der Regionaldekan sagte: „Was wäre die Kirche arm, wenn sie nur Priester hätte.” Es sei „ein Segen” für die neue Pfarrei, dass sich so viele Menschen bereit erklärt hätten in verschiedenen Funktionen Verantwortung zu übernehmen. „Dass die Kirche es schwer hat zurzeit, dass sie in der Krise ist, muss ich keinem erklären”, sagte Voß. Deswegen appellierte er eindringlich an die Gemeindemitglieder: „Bleiben Sie bitte mit im Boot!”

Generell gelang es dem bestens aufgelegten Regionaldekan durchaus so etwas wie Aufbruchstimmung zu verbreiten. „Was ist das für ein wichtiger Abend!”, rief Voß mit beschwingter Stimme aus bevor er aus der „Fusionsurkunde” des Bischofs zitierte, auf dessen Entscheidung „das alles” fuße. Der Regionaldekan streute hier und da einen Witz ein, bekam sogar Applaus und wenn einmal nicht, dann sagte er: „Da dürfen Sie auch klatschen.” Ernst hingegen zeigte sich Voß, als es um die Vorgeschichte der Pfarrfusionen ging. „Frust, Kampf und Schatten” habe die Entscheidung mit sich gebracht: „Ich hoffe aber das ab heute das Licht überwiegt.”

Pfarrer Radler stimmte dem zu und sagte auch, dass es „kein Einheitslicht” sein solle. Eine absolute Einebnung der ehemals eigenständigen Gemeinden mitsamt ihrer gewachsen Strukturen sei nicht das Ziel. Dann wurden die kleinen Kerzen angezündet, die zuvor an die Gottesdienstbesucher verteilt worden waren. Ein schönes Symbol allemal, vielleicht sogar eines für eine Gemeinde, deren Mitglieder bereits zusammengefunden haben. Misstöne waren jedenfalls keine zu hören. Nicht beim gemeinsamen Singen und auch sonst nicht.
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