Großfeuer im Jahr 1966 führte zum Umdenken

Von: Lamar-Aron Klaßen
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Leben retten als ehrenamtliche Aufgabe: Vor 50 Jahren wurde in Aachen die Freiwillige Feuerwehr wieder gegründet. Es hatte sie schon ab 1836 gegeben, doch nach dem Krieg war sie zunächst abgeschafft worden. Nach einem Großbrand beim Reifenhersteller Englebert im März 1966 änderte sich das. Im Rathaus gab es jetzt für die drei Gründungslöschzüge den Auftakt zu den Jubiläumsfeierlichkeiten. Dabei wurden auch sieben „Männer der ersten Stunde“ geehrt. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Lichterloh brannte es am 22. März 1966 in der Aachener Hüttenstraße – beim Reifenhersteller Englebert war ein verheerendes Großfeuer ausgebrochen. Mehrere Gemeindefeuerwehren konnten das Feuer in einer tagelangen Löschaktion schließlich bändigen und den Brand stoppen. Vor 50 Jahren wurde dann in Aachen die Freiwillige Feuerwehr wiederbelebt.

Es war einer der größten Feuerwehreinsätze in der Aachener Nachkriegsgeschichte. Die Schlussfolgerung aus diesem Ereignis war für die Stadt Aachen und Oberbürgermeister Hermann Heusch damals eindeutig: Wir brauchen wieder eine „Freiwillige Feuerwehr“. 1836 war diese schon einmal gegründet worden, nach der Zerstörung der Wache durch Bombenangriffe während des Zweiten Weltkriegs jedoch aus der Stadtstruktur verschwunden.

Ein Jahr nach dem Großbrand wurde die Wache Stolberger Straße als Neugründungswache der Freiwilligen Feuerwehr eröffnet. 50 Jahre später kam es jetzt im Weißen Saal des Rathauses zur Feier dieses „goldenen“ Jubiläums.

Zehn Gründungsmitglieder, rund 80 freiwillige Feuerwehrleute, der zuständige städtische Dezernent Dr. Markus Kremer und Oberbürgermeister Marcel Philipp versammelten sich zu diesem Anlass im altehrwürdigen Saal. „Ich hoffe, einen angemessenen Rahmen für die Ehrung der Männer und Frauen, die unsere Stadt seit 50 Jahren schützen, gefunden zu haben“, machte Philipp die Wichtigkeit der Freiwilligen Feuerwehr deutlich.

Neben Philipp nahmen Manfred Savoir als Bezirksbrandmeister und Jürgen Wolff, Leiter der Aachener Feuerwehr, die Ehrung von drei Löschzügen – sie bildeten damals die neue Freiwillige Feuerwehr der Stadt Aachen, bevor nach der kommunalen Neugliederung die Feuerwehren der heutigen Stadtbezirke hinzukamen – und zehn Gründungsmitgliedern vor.

Wolfgang Dechêne, Wilfried Friehs, Matthias Werner, Peter Franken, August Hamacher, Josef Keuters, Dirk Seuffert, Peter Rademacher, Günther Becker, Hubert Wahlen und Heinz Meisen gehörten zu den ursprünglich 30 Männern, die den Neugründungsprozess 1967 erst möglich gemacht hatten.

Als Anerkennung ihrer 50-jährigen Arbeit überreichte ihnen Savoir im Rathaus eine Urkunde so wie eine besondere Ehrennadel. Der Bezirksbrandmeister brachte die anwesenden Gäste auch nochmal zum Schmunzeln als er berichtete: „Hätte der Vorsitzende des Feuerwehrverbandes NRW, Dr. Jan Heinisch, heute nicht einen Aachener zum Ministerpräsidenten wählen müssen, stünde wohl er hier als erster Ehrender.“

Das Feuerwehrauto inklusive Holzleitern auf dem Dach, das die Feuerwehrkräfte zu Neugründungszeiten für Löschaktionen nutzten, erwartete die Gründungsmitglieder anschließend vor dem Rathaus. Nach dem offiziellen Teil hieß es für die Geehrten: „Einsteigen!“ Gefeiert wurde der Abend dann nämlich mit Gegrilltem und kühlen Getränken unter Feuerwehrmännern in der Wache Nord.

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