Aachen - Großes Willkommensfest für minderjährige Flüchtlinge

Großes Willkommensfest für minderjährige Flüchtlinge

Von: Marie Eckert
Letzte Aktualisierung:
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In Partystimmung: Rund 150 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge feierten in den Kurparkterrassen mit jungen Aachenern. Fünf Studentinnen hatten die Veranstaltung organisiert. Foto: Ralf Roeger

Aachen. „Du bist willkommen“ – eigentlich drei einfache Worte, die aber gerade jetzt, in einer Zeit, in der hunderttausende Menschen nach Europa flüchten, an Bedeutung gewonnen haben. „You’re welcome“ hieß auch die Feier, die fünf Aachener Studentinnen jetzt für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge organisiert haben.

In den Burtscheider Kurparkterrassen wurde getanzt, gefeiert und sich ausgetauscht.

Seit November vorbereitet

Seit November vergangenen Jahres haben Jenny Kulas, Silvy Crnjavic, Maria Sommer, Sophia Braun und Ines Dieckmännken an der Veranstaltung gearbeitet – schließlich mussten ein Sicherheitskonzept ausgearbeitet, Sponsoren organisiert, der passende Ort gefunden und nicht zuletzt ein Programm auf die Beine gestellt werden.

Und das konnte sich sehen lassen: Den musikalischen Anfang machten „KingzCorner“. Unter dem Motto „Music, Stylez und Culture meets Refugees“ haben Flüchtlinge in einem Workshop ihre eigene Musik produziert. Ob Rap oder Reggae – schon beim ersten Lied kamen die Gäste vor der Bühne in Bewegung. Mit dabei waren außerdem Sharon und seine Dancecrew, der Sänger Jupp Ebert und die ‚Sambistas‘. Danach war die Party aber nicht zu Ende: Bis 1 Uhr morgens heizte ein DJ den Gästen auf der Tanzfläche ein.

Unterstützung für die Charity-Veranstaltung haben die fünf Studentinnen, die an der katholischen Hochschule NRW Soziale Arbeit studieren, von der Bürgerstiftung Lebensraum und dem Zentrum für soziale Arbeit in Burtscheid bekommen. Eingeladen waren neben den Flüchtlingen alle, die die jungen Leute in ihrer neuen Heimat Aachen willkommen heißen wollten. Rund 150 Flüchtlinge waren in den Kurparkterrassen zum Feiern, 500 Plätze waren für Aachener eingeplant, die die jungen Menschen willkommen heißen wollten.

„You’re welcome“ war nicht nur das Motto der Party. Das Projekt der Bürgerstiftung, unter dessen Dach die Feier der Studentinnen lief, heißt ebenfalls„Willkommen für Flüchtlinge“. „Das Motto der Party stimmt mit dem, was wir tun, überein“, merkte Norbert Greuel, Leiter des Projekts der Bürgerstiftung, lächelnd an. Im Moment ist die Stiftung vor allem mit Ehrenamtlern in Schulen unterwegs, um die Lehrer bei der Betreuung der schulpflichtigen Flüchtlinge zu unterstützen. Insgesamt engagieren sich 170 Menschen in der Stiftung für junge Flüchtlinge.

Wie ein roter Faden zog sich das Willkommenheißen durch den Abend: So erntete Greuel großen Applaus, als er betonte: „Allen, die Flüchtlinge bedrohen, beschimpfen oder ausgrenzen wollen oder verhindern wollen, dass ein Willkommen stattfindet, rufen wir zu: Ihr habt keine Chance, nicht in Aachen und nicht woanders.“

Schließlich gebe es sehr viele Menschen, die in einem Land leben wollten, in der Vielfalt herrsche. „Diese Vielfalt ist eine Bereicherung, und wir alle können davon profitieren“, fügte Greuel hinzu. Natürlich bedachte er auch die fünf Frauen, die den Abend initiiert haben: „Wir finden es mutig, dass die fünf Studentinnen das Wagnis auf sich genommen haben, dieses Event zu veranstalten.“

Auch Jenny Kulas, Silvy Crnjavic, Maria Sommer, Sophia Braun und Ines Dieckmännken begrüßten die Neu- und Alt-Aachener, lasen die Grußworte der Schirmherrin, Bundestagsvizepräsidentin Ulla Schmidt, vor und kündigten an, dass die Spenden des Abends weiteren Projekten für jugendliche Flüchtlinge in Aachen zugutekommen. Für die fünf jungen Frauen und Norbert Greuel war die Feier ein Statement – gegen Fremdenfeindlichkeit und für ein herzliches Miteinander.

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