Großes Schaufenster zu Aachens Historie

Von: Hans-Peter Leisten
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Eröffneten die Ausstellung: D
Eröffneten die Ausstellung: Dr. Walter Maassen (Geschäfstführer Sammlung Crous), Sparkassenvorstand Hubert Herpers, Bürgermeister Björn Jansen, Autor Frederic Carl, Dr. Werner Pfeil (AKV-Präsident) und Initiator Bernd Carl (von links). Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Gerade mal 19 Jahre ist er alt und sitzt an der Seite seines Vaters in der ersten Reihe. Hinter ihm eine stattliche Anzahl von historisch interessierten und vor allem informierten Aachenerinnen und Aachenern. Die weiß Frederic Carl auch am Ende der Veranstaltung hinter sich - im übertragenen Sinne.

Denn sie dürften ausnahmslos begeistert sein von den Doppelbetrachtungen, die Aachener Ansichten im Wandel der Jahrzehnte, manchmal auch Jahrhunderte zeigen. Eine Ausstellung in der Sparkasse am Friedrich-Wilhelm-Platz, die wirklich jeden gebürtigen oder zugezogenen Öcher begeistern müsste.

Frederic Carl hat bei seiner Ausstellung, die so etwas wie ein großes Schaufenster zu seinem Buch ist, auf ein bewährtes Prinzip zurückgegriffen, das auch sein Vater Bernd bereits vor fünf Jahren im Doppelpack Ausstellung/Buch umsetzte, und das sich bestens bewährt hat.

Aus der Sammlung Wintgens

Zahlreichen historischen Perspektiven Aachens werden passende aktuelle gegenübergestellt. Die historischen Aufnahmen stammen aus der Sammlung Wintgens, die der Aachener Karnevals-Verein (AKV) jetzt für seine stadtgeschichtliche Sammlung Crous erworben hat. Im Rahmen einer Schulabschlussarbeit hat Carl junior mit der Gegenüberstellung begonnen, aus der jetzt das Buch mit Ausstellung geworden ist.

Als „Erinnerungen an die Kindheit vieler Aachener” preist Hausherr, Sparkassen-Chef Hubert Herpers, die Ausstellung vor über 300 Gästen an. Die Exponate provozierten etwas Wehmut, zugleich aber auch die Frage: „War es früher in Aachen wirklich besser?” In jedem Fall bekennt sich die Sammlung Crous bedingungslos zur Überlieferung der Aachener Geschichte. Und sie hat nach der Einschätzung von AKV-Präsident Dr. Werner Pfeil ein „echtes Schwergewicht” in Aachen bekommen. In diesem Sinne sieht auch der Geschäftsführer der Sammlung, Dr. Walter Maassen, in dem Gesamtpaket Sammlung-Ausstellung-Buch ein wirksames Mittel gegen die Entfremdung in und von Aachen: „Unsere Sammlung gehört zu Aachen wie der Thouet-Preis, das Schängche und wie der AKV.”

Genau wie das Buch lädt auch die aktuelle Ausstellung zu einer spannenden Entdeckungsreise durch unsere Heimatstadt ein. Bei der Auswahl der Motive ist nämlich streng darauf geachtet worden, dass gerade bei den historischen Ansichten ein unzweifelhafter Wiedererkennungswert gegeben ist, mal auf den ersten Blick und mal erst auf den zweiten oder dritten. Aber gerade das macht die Geschichte so interessant.

Neben obligatorischen Ansichten, wie denen von Dom und Rathaus, gibt es auch sehr spannende, die weitgehend aus der Erinnerung verschwunden sind. Zum Beispiel das längst verblasste Bild des alten, repräsentativen Westbahnhofs oder das des Bahnhofs Rothe Erde in seinen jungen Jahren. Emotionale Ansichten, die den Weg in die Ausstellung lohnen.

Die Aachener Zeitung wird in Kooperation mit der Sammlung Crous im Rahmen ihrer Serie „Gleich und doch anders. Ansichten über Jahrzehnte” immer wieder Exponate veröffentlichen.
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