Aachen - Großes Kino, bevor der letzte Vorhang fällt

Großes Kino, bevor der letzte Vorhang fällt

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
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Ganz großes Kino: Eine Ausstellung verschiedener Aachener Künstler unter anderem mit (v.l.) Karl von Monschau, Bernd Radtke, Bruno Sukrow (Künstler), Jan Reininghaus (Gastgeber) und Recep Vardar (Kurator) eröffnet am Freitag im Diana-Kino. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Sechs VW-Transporter voller Material, das Erinnerungen an das alte Diana-Kino weckt, sind bisher weggebracht worden. Die vielen Kabel und sonstigen Gegenstände längst vergangener Zeiten liegen noch hier und da vereinzelt herum.

Doch inmitten des Chaos finden sich fünf Künstler zusammen, die einstimmig beschlossen haben, dass das Kino wahrgenommen werden soll. Und am besten passiert das mit Kunst, die dem großen verlassenen Raum wieder Leben einhaucht.

Jan Reininghaus ist der Besitzer des Kinos und gleichzeitig Ideenstifter. Im Gespräch mit dem teilnehmenden Künstler und Kurator Recep Vardar entstand im Verlauf der Gedanke, das Kino in anderer Form zum Leben zu erwecken. „Das Ganze ist ein Privatevent, welches unter dem Motto ‚Ganz großes Kino‘ steht. Das Diana-Kino war für viele Aachener Teil ihres Lebens“, erzählt Reininghaus.

Wie es sich für ein Kino gehört, kommt auch die original Leinwand zum Einsatz. „Starring“ – also Darsteller – sind Objektkünstler Recep Vardar, Karl von Monschau, Filmemacher Bruno Sukrow sowie die Fotokünstler Bernd Radtke und Thomas Brenner.

Die „Ausnahmesituation im Kino“, wie es Vardar nennt, ist für alle etwas Besonderes. So greift Radtke das vorgegebene Thema in seinen Arbeiten auf. „Meine Bilder erzählen Geschichten und man schaut in einen Raum hinein. Seien es die Puppen im Schaufenster oder die großen Türen, die einen Raum öffnen, es geht immer darum, etwas zu entdecken. Alles ist voyeuristisch.“ Sukrow präsentiert während der Ausstellung zwei seiner Filme: „Der Irre von Thornhill“ und „Brennende Neugier.“

Beide Animationsfilme hat der 88-Jährige am Computer erschaffen, und beide Filme wurden unter anderem schon auf dem Filmfestival in Madrid und Rotterdam gezeigt.

Was passiert eigentlich mit den Kinositzen, auf denen schon unzählige Tüten Popcorn gegessen wurde? Werden die ebenfalls abtransportiert? „Nein, die bleiben natürlich hier, alleine während der Filmvorführung sind sie notwendig“, ergänzt Reininghaus.

Für das passende Licht wird ebenfalls gesorgt, wobei die Atmosphäre in dem immer leerer werdenden Kino an einen hippen Club erinnert. Die Beteiligten wünschen sich jedenfalls, dass das „ganz große Kino“ noch einmal das Flair vergangener (Film)-Jahre aufleben lässt.

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