Großes Aufräumen nach dem Gewittersturm

Von: Thorsten Karbach und Stephan Mohne
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Nur die Musikmuschel blieb verschont: Auf dem Brander Markt mussten stattliche Bäume gleich reihenweise gefällt werden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Tore sind auf dem Brander Fußballplatz gefallen - allerdings hat dort niemand gespielt. Sie sind umgefallen. Eines hat er verheerende Sturm, der am Mittwochabend über Brand hinwegfegte, gar den kleinen Abhang zwischen Kunstrasen- und Aschenplatz hinaufgeweht. „So etwas habe ich noch nie erlebt”, sagt Helga Reisse.

Sie ist die Platzwartin. Deswegen ist Helga Reisse eine Frau, die schon viel erlebt hat. Das große Schild am Eingang hat der Sturm in den Zaun gedrückt. Das hat Platzwartin Reisse vor zwei Jahren schon einmal gesehen. Aber dass sie und Tochter Lena (6) die halbe Nacht aus Angst, der Sturm würde das Flachdach abreißen, zur Decke der Platzwartwohnung direkt neben dem Sportplatz hinaufschauen mussten, das lässt sie immer noch schaudern.

Im Minutentakt brachen Äste aus den großen Bäumen rund um das Sportfeld, in die Kabinen lief Wasser, ohne dass die Duschen angestellt waren. „Das war schon hart”, sagt Reisse.

Auf dem Brander Markt helfen indes nur noch Kettensägen. Mindestens zehn ehedem stattliche Bäume sind abgebrochen, werden zur Sicherheit weiter beschnitten oder gefällt. Der Friedhof Kolpingstraße ist gesperrt, und auch um den Markt haben Mitarbeiter des Stadtbetriebs Flatterband gespannt. Die Baumkolonne ist mit schwerem Gerät im Einsatz. Mittendrin steht Berthold Wirth. Der Teamleiter schaut mit prüfendem Blick auf die Bäume. „Die Eschen waren eigentlich in guten Zustand”, sagt er. Für den Sturm hat das aber nicht gereicht.

Seit „Kyrill” hat Wirth kein vergleichbares Bild mehr gesehen. „Das ist schon extrem”, findet er und erzählt von der Eilendorfer Straße, wo sie früh am Morgen gleich fünf Bäume entfernen mussten. „Zum Glück gibt es keinen großen Sachschaden”, fügt er hinzu und zeigt auf die Musikmuschel auf dem Brander Markt. Äste, dick wie Laternenmasten, sind nur wenige Zentimeter neben der Muschel zu Boden gegangen. Treffer gab es hier keine.

Bevor der Stadtbetrieb ans Werk ging, hatte die Feuerwehr schon zum Großeinsatz geblasen. Rund 40 Sturmeinsätze mussten abgearbeitet werden. Auch mancher freiwillige Feuerwehrmann konnte den Schlaf erst mit gehöriger Verspätung antreten. Die Löschzüge Eilendorf, Kornelimünster und Brand sägten und pumpten, was die Maschinen hergaben.

Im Einkaufszentrum an der Königsberger Straße in Driescher Hof erlebten die Betreiber der Grillstube einen heißen Morgen, denn unmittelbar über der Sitzecke hatte das Dach vor dem Sturm kapituliert. Die Innendecke aus Holzplatten ist aufgeweicht und teils zu Boden gegangen, der Bereich steht unter Wasser während es draußen längst wieder trocken ist.

Im Aachener Westen und anderen Stadtteilen hingegen saßen die Menschen am Mittwoch noch in ihren Gärten, als im Süden das Spektakel - mit tennisballgroßen Hagelkörnern gespickt - losging. Das „lokale Wetterereignis” war diesmal sehr lokal.
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