Großer Bürgertreff im alten Reiterhof

Von: Kathrin Albrecht
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Ideenpräsentation beim Picknick: Der neue Verein „Gut Branderhof“ stellte seine Pläne für den alten Reiterhof vor. Foto: Andreas Steindl
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Hofft auf möglichst viele Mitstreiter, die ihr Konzept unterstützen: Ingeborg Haffert, die Vorsitzende des neuen Vereins „Gut! Branderhof“. Foto: Andreas Steindl

Aachen. „Genial, oder? Das sind alles Leute, die sich freiwillig engagieren möchten.“ Ingeborg Haffert freut sich sichtlich über die rund 150 Gäste, die sich am alten Branderhof zwischen dem Gillesbachtal und der Adenauerallee zum Picknick getroffen hatten.

Der Verein „Gut! Branderhof“ hatte zu diesem Treffen eingeladen. Und Ingeborg Haffert ist die erste Vorsitzende des Vereins und eine Nachbarin des alten, denkmalgeschützten Gehöftes.

Sie hat es als lebendigen Ort erlebt: „Dort wurden Pferde gewaschen, Heu wurde eingefahren. Die Kneipe ,Vetternwirtschaft‘ auf dem Hof brachte Menschen aus dem Viertel und von außerhalb zusammen“. Dieses Leben will sie wieder auf den Hof bringen, der seit September 2013 leer steht.

Mit 20 weiteren Mitstreitern gründete sie Anfang dieses Jahres den Verein. „Der Hof ist ein Juwel, es wäre schade, wenn er einfach verkauft würde“, findet Haffert. Stattdessen möchte der Verein auf dem Hof ein Begegnungszentrum für die Menschen im Viertel schaffen. „Es soll ein Ort für alle werden, für Flüchtlinge, für Menschen mit Behinderung, für Alleinstehende und für ältere Menschen.“ Für die Nutzung hat der Verein auch schon einige Ideen entwickelt: Ein Bürgercafé, Gemeinschaftsgärten, deren Erzeugnisse im Café weiterverarbeitet werden könnten, und ein Backhaus wären denkbar.

Ältere Menschen im Blick

Das Gut soll auch Sitz des „Runden Tisches“ sein, ein Nachbarschaftstreff, in dem die Mitglieder konkrete Nachbarschaftshilfe im Alltag koordinieren. „Das kann ein Arztbesuch sein oder Reparaturen“, erzählt die Vorsitzende. Dabei hat der Verein aber auch gerade die älteren Menschen und deren pflegende Angehörige im Blick. Ihnen soll durch die Nachbarschaftshilfe ermöglicht werden, so lange wie möglich im Viertel bleiben zu können. „Jeder am Runden Tisch soll ehrenamtlich seine Fähigkeiten einbringen können“, stellt Ingeborg Haffert die Idee des Begegnungszentrums vor und fährt fort: „Wir suchen Mitstreiter, die unser Konzept unterstützen.“

Auch die Stadt Aachen hat Pläne mit dem 1513 erbauten Pachthof und dem umgebenden Gelände. Für den Hof sucht die Stadt einen Käufer, die denkmalgeschützten Gebäude sollen als Ensemble und Wahrzeichen des Viertels erhalten bleiben.

Auf den umgebenden Grundstücken sollen Ein- und Mehrfamilienhäuser entstehen. Tina Hörmann, für die Grünen im Rat und Vorsitzende des Betriebsausschusses Gebäudemanagement, stellte den derzeit letzten Stand vor: Derzeit werde ein Bebauungsplan für das Gebiet beraten. Frühestens im Frühjahr könnten die ersten Bagger im Neubaugebiet anrollen.

Dass es auch beim Begegnungszentrum nicht ohne eine schlüssige Finanzierung geht, weiß auch der Verein: „Wir suchen zur Zeit ein Zugpferd“, sagt Ingeborg Haffert. Mit Kirchengemeinden, den Burtscheider Geschäftsleuten und Aachener Stiftungen steht man derzeit in Kontakt. Auch Politik und Verwaltung will der Verein mit seinen Ideen überzeugen. Im Juli darf er dem Immobilienmanagement sein Konzept vorstellen.

„Wir würden das auch gerne im Rat tun“, sagt Haffert. Ihr Wunsch: „Es wäre schön, wenn die Stadt sagt, die Projekte sind so gut, da schauen wir mal nicht so auf den Euro, sondern da könnten wir eine Vorreiterrolle in der Förderung von bürgerschaftlichem Engagement einnehmen.“

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