Aachen - Großeinsatz der Feuerwehr: Schwarze Brühe fließt aus alter Druckerei

Großeinsatz der Feuerwehr: Schwarze Brühe fließt aus alter Druckerei

Von: Stephan Mohne
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Fiese Brühe: Aus einer ehemal
Fiese Brühe: Aus einer ehemaligen Druckerei an der Charlottenburger Allee trat gestern das Lösungsmittel Toluol in großen Mengen aus. Die Feuerwehr hatte bis zum späten Abend alle Hände voll zu tun. Es war bereits der zweite große Chemieeinsatz in kurzer Foto: Michael Jaspers

Aachen. Gedruckt wird in dieser Druckerei schon lange nichts mehr. Denn längst ist sie pleite. Das, was einmal die Firma Metz an der Ecke Berliner Ring/Charlottenburger Allee war, wurde einst verkauft - und die neue „Mutter” ging schließlich ins Insolvenzverfahren.

Zu retten war da letztlich nichts mehr. Das Gebäude, das mittlerweile wieder verkauft sein soll, trägt aber noch Teile seiner Vergangenheit in sich. Und die sind offenbar mit Vorsicht zu genießen - im Sinne heikler Altlasten. Was Donnerstagnachmittag und bis in den späten Abend hinein für einen Großeinsatz der Feuerwehr gesorgt hat.

Alarmiert worden war die Wehr, weil aus dem Gebäude eine schwarze Flüssigkeit lief. Sie lief sogar bis auf den Gehweg der Charlottenburger Allee. Nachdem die ersten Einsatzfahrzeuge die Lage gesichtet hatten, ging es Schlag auf Schlag. Und es folgte der nächste Chemiegroßeinsatz, nachdem dies erst vor wenigen Tagen am Westbahnhof der Fall gewesen war. Immer mehr Einsatzfahrzeuge rückten aus zur Druckerei, während freiwillige Feuerwehrleute die Wachen „auffüllten”. Auch die speziell ausgebildeten Kräfte des ABC-Sonderzuges der Feuerwehr machten sich auf den Weg zur Einsatzstelle.

Letztlich waren mehrere Dutzend Helfer vor Ort. Unterdessen gluckerte die schwarze Brühe auch in einen Kanal auf dem Grundstück, den die Feuerwehr dann versiegelte. Große Mengen Bindemittel wurden ausgebracht, um die Chemikalie aufzunehmen. Außerdem wurden Messungen vorgenommen. Diese ergaben, dass die Flüssigkeit ätzend war. Worum es sich handelte, stand zunächst nicht genau fest. Allerdings ging die Feuerwehr davon aus, dass es sich um eine Druckerschwärze handelte.

Später stellte sich heraus, dass es sich um Toluol handelte, ein Lösungsmittel. Dieses ist zwar normalerweise farblos, möglicherweise war in diesem Fall das Toluol aber bereits im Druck eingesetzt worden. Toluol ist gesundheitsschädlich und kann sich auch entzünden.

Die Chemikalie trat auch weiterhin aus einem Rohr im Gebäude aus. Mehrere Trupps gingen mit Atemschutz und teils unter Schutzkleidung vor, um das Leck abzudichten. Es dauerte aber eine Weile, bis das auch gelang. Parallel wurden Luftmessungen in der Umgebung vorgenommen, die aber keine bedenklichen Werte ergaben. Zeitweise war überlegt worden, die Charlottenburger Allee zu sperren. Ein Augenmerk wurde auch auf das gegenüberliegende Aseag-Gebäude gehalten. Vor Ort war auch das Umweltamt. Schließlich musste geprüft werden, ob die Chemikalie ins Kanalsystem eingedrungen war. Informiert wurde auch die Kläranlage. Ebenso war die Stawag mit ihren Notdiensten im Einsatz.

Wie immer bei solchen Einsätzen, wurde auch die Bezirksregierung in Kenntnis gesetzt. Es wird sich nun die - allgemein interessante - Frage stellen, warum derartig heikle und unbeaufsichtigte Altlasten bei der Aufgabe eines Betriebs nicht entsorgt werden und wer dafür zuständig ist. Davon geht auch Feuerwehrchef Jürgen Wolff aus, schließlich sei die Chemikalie auch in den öffentlichen Verkehrsraum gelangt. Da werde es wohl weitere Ermittlungen geben.

Schließlich wurde ein Spezialunternehmen aus Köln beauftragt, die Chemikalie sachgerecht zu entsorgen.
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