Aachen - Großeinsatz am „Hansemann”: 42-Jähriger soll in die Psychiatrie

Großeinsatz am „Hansemann”: 42-Jähriger soll in die Psychiatrie

Von: stm
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Wegen der Bombendrohung wurde der Aachener Hansemannplatz weiträumig abgesperrt.

Aachen. Um ein Haar hätte eine 15-Jähriges die Sache nicht überlebt, hätte sie sich nicht beherzt gewehrt. Es war am 31. August vergangenen Jahres, als ein 42 Jahre alter Mann sie von einem Balkon im sechsten Stockwerk eines Hauses am Hansemannplatz werfen wollte.

Zuvor hatte er die Jugendliche mit einem Messer an den Händen und am Knie verletzt und sie danach gefesselt. Als sich das Mädchen befreien, mit ihrer gleichaltrigen Freundin flüchten und die Polizei alarmieren konnte, ging es schließlich richtig rund. Denn der Tunesier drohte fortan damit, Sprengsätze in seiner Wohnung zu zünden.

Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an, Spezialkräfte eilten ebenso nach Aachen wie Spezialisten des Landeskriminalamts. Der Hansemannplatz wurde komplett abgeriegelt, der Mann schließlich in seiner Wohnung überwältigt. Seither ist er in der Psychiatrie untergebracht - und dort soll er auch bleiben, wenn es nach der Staatsanwaltschaft geht. Sie hat jetzt den Antrag gestellt, der 42-Jährige solle dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus behandelt werden. Der Mann selbst hatte unter anderem ausgesagt, er habe lediglich einen Scherz machen wollen.

Die Staatsanwaltschaft findet das weniger lustig. Ermittelt wird gegen den Mann wegen versuchten Totschlags und anderer Straftaten. Den Ermittlungen zufolge war der mutmaßliche Täter plötzlich gegenüber den Mädchen aggressiv geworden, die sich an diesem Nachmittag in seiner Wohnung aufhielten. Warum sie dort waren, teilt die Staatsanwaltschaft derzeit nicht mit.

Als die beiden Mädchen die Wohnung verlassen wollten, hinderte der Mann sie daran. Die Situation eskalierte. Nachdem den Jugendlichen doch noch die Flucht gelungen war, warf der 42-Jährige unter anderem mehrere Gegenstände auf die Peterstraße. Eine Bombe fand die Polizei später in seiner Wohnung nicht, sondern lediglich mehrere in Alufolie eingewickelte Pakete.

Laut Oberstaatsanwalt Robert Deller ist die Schwurgerichtskammer des Aachener Landgerichts derzeit mit der Entscheidung über die Aufnahme des Hauptverfahrens befasst. Möglicherweise könnte der spektakuläre Fall somit in Kürze in einem Gerichtsprozess münden.
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