Großeinsatz am Bahnhof: Heimbewohner gerettet

Von: Oliver Schmetz
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Acht Menschen haben die Rettungskräfte am Freitag aus einem Übergangswohnheim in der Bahnhofstraße gerettet – bei einem Einsatz, in dem Polizei und Feuerwehr Hand in Hand arbeiteten. Foto: Michael Jaspers
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Acht Menschen haben die Rettungskräfte am Freitag aus einem Übergangswohnheim in der Bahnhofstraße gerettet – bei einem Einsatz, in dem Polizei und Feuerwehr Hand in Hand arbeiteten. Foto: Michael Jaspers
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Fünf Löschzüge, vier Notärzte, drei Rettungswagen, jede Menge Polizei: Auf der Römerstraße gegenüber dem Hauptbahnhof führte der Großeinsatz zeitweise zu Verkerhsbehinderungen. Foto: Michael Jaspers
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Brand in einem Wohnheim für Obdachlose: Polizei und Feuerwehr rückten mit einem Großaufgebot an. Foto: Stefan Herrmann
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Brand in einem Wohnheim für Obdachlose: Polizei und Feuerwehr rückten mit einem Großaufgebot an. Foto: Maria Vankann
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Brand in einem Wohnheim für Obdachlose: Polizei und Feuerwehr rückten mit einem Großaufgebot an. Foto: Stefan Herrmann
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Brand in einem Wohnheim für Obdachlose: Polizei und Feuerwehr rückten mit einem Großaufgebot an. Foto: Stefan Herrmanns

Aachen . Der Anruf, der an diesem Freitagmorgen um 10.30 Uhr auf der Leitstelle der Feuerwehr eingeht, lässt das Schlimmste vermuten: Ein Brand in einem städtischen Übergangswohnheim in der Bahnhofstraße wird gemeldet, und das versehen mit dem dramatischen Zusatz: „Menschen sind in Gefahr!“

Die Retter geben Gas und erreichen ausgesprochen schnell den Brandort gleich gegenüber dem Hauptbahnhof, wo sich die Lage auch entsprechend dramatisch darstellt: Aus den Fenstern im 2. Obergeschoss des dreistöckigen Gebäudes quillt dichter Rauch – zur Straßenseite hin, aber auch hinten auf der Hofseite.

„Und an den Fenstern haben wir Menschen gesehen, die auf Rettung warteten“, beschreibt es der Feuerwehreinsatzleiter Heiner Sauren später, als der Einsatz relativ glücklich ausgegangen ist. ‚Als acht Menschen aus höchster Not gerettet worden sind und klar ist, dass niemand zu Schaden gekommen ist.

 

 

Danach sieht es um kurz nach halb elf an diesem Morgen allerdings noch nicht aus. Auf der Bahnhofstraße, die komplett gesperrt wird, bringt die Feuerwehr direkt vor dem Haus zwei Einsatzfahrzeuge mit Hubrettungsbühnen in Stellung, in den Hinterhof werden tragbare Leitern transportiert. Und weil unklar ist, ob die Zeit ausreicht, um die Bewohner per Leiter zu retten, wird dort auch ein Sprungkissen aufgeblasen – dann aber doch nicht benötigt.

Während die Rettungskräfte acht Personen durch die Fenster retten, werden drei Löschtrupps unter schwerem Atemschutz im Innern zur Menschenrettung und Brandbekämpfung eingesetzt. Insgesamt sind in dem Übergangswohnheim 25 Obdachlose untergebracht, 19 Männer und sechs Frauen, von denen zwei derzeit nach Operationen auf den Rollstuhl angewiesen sind.

Allesamt werden sie zunächst in ein benachbartes Hotel gebracht, wo die Feuerwehr eine provisorische Verletztensammelstelle einrichtet. Dort werden die Betroffenen von Notärzten und Sanitätern untersucht, wobei schnell Entwarnung gegeben werden kann: Keiner der Hausbewohner muss ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Draußen auf der Straße hat sich die Rettungsmaßnahme mittlerweile zum Großeinsatz entwickelt. Fünf Löschzuge sind angerückt – zwei von der Berufsfeuerwehr sowie die Einheiten Haaren, Mitte und Nord der freiwilligen Feuerwehr –, insgesamt 96 Feuerwehrleute beteiligen sich an den Rettungs- und Löscharbeiten. Hinzu kommen vier Notärzte, drei Rettungswagen und ein beachtliches Polizeiaufgebot.

Da die enge Bahnhofstraße all diese Fahrzeuge nicht aufnehmen kann, kommt es auf der Römerstraße direkt vor dem Hauptbahnhof zeitweise zu leichten Verkehrsbehinderungen. Betroffen ist auch eine Bushaltestelle, die während der Einsatzes nicht angefahren werden kann.

Dass niemand zu Schaden kommt, liegt vermutlich nicht nur an der Schnelligkeit der Feuerwehr, sondern auch daran, dass bei Ausbruch des Feuers im Haus geistesgegenwärtig reagiert wurde. Wie Evelin Wölk vom städtischen Presseamt berichtet, hat der Bewohner des Zimmers, in dem es zu brennen begann, sofort den Hausmeister gerufen. Und dieser alarmierte die Feuerwehr, weil er, so Wölk, „sofort sah, dass das kein Fall für den Feuerlöscher war“.

 

 

Das Wohnheim ist nun allerdings mindestens ein Fall für eine gründliche Sanierung – und zunächst unbewohnbar. Die Bewohner, die an diesem Tag viel Glück im Unglück haben, werden auf andere Einrichtungen verteilt. Die Brandursache ist noch unklar. Die Kripo nimmt zwar umgehend die Ermittlungen auf, doch können die Ermittler den Brandort am Nachmittag noch nicht betreten – dafür ist es noch zu heiß.

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