Großeinsätze gegen Alkohol am Steuer

Von: Stephan Mohne
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Kontrolle
Bei den Kontrollen wird verstärkt auf Alkoholkonsum geachtet. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Das gut gelaunte Pärchen fährt freiwillig in die Polizeikontrolle. Nein, gefeiert haben die beiden nicht, und auch keinen Alkohol getrunken. Noch nicht. Doch das soll noch kommen.

Aus dem süddeutschen Lauenburg sind sie angereist, auf den Tag genau vor 30 Jahren haben sie sich in der „Alten Mühle” in Bardenberg kennengelernt. Jetzt wollen sie zurück zum Startpunkt ihres Glücks. Wie sie von der Heinrichsallee dorthin kommen, erklären Robert Hintereker und seine Kollegen gerne und wünschen gute Fahrt.

Die Jubilare sollten es gleichwohl an diesem Abend bei einem Gläschen Sekt belassen, so sie noch mit dem Auto weiterwollen. Denn die Kontrolle an der Heinrichsallee - und an anderen Stellen - hat einen guten Grund: Mit großem Aufgebot startet die Polizei ihre vorweihnachtliche Aktion gegen Alkohol am Steuer.

„Das ist für uns ein Highlight-Tag”, sagt Robert Hintereker, Erster Polizeihauptkommissar und Leiter der Bezirksdirektion West der Aachener Behörde. Auftakt des Weihnachtsmarkts, Shoppen bis 23 Uhr und manche Weihnachtsfeier - da lässt sich vermuten, dass mancher zu tief ins Glas schaut und trotzdem noch mit dem Auto nach Hause will.

Wie in den vergangenen Jahren fährt die Polizei deshalb kräftig auf. Und sieht sich im Ergebnis bestätigt: „Insgesamt ist die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss deutlich zurückgegangen”, sagt Hintereker.

Was sich zumindest am Monat Dezember im Vergleich zwischen 2007 und 2008 noch nicht so ganz festmachen lässt: 2008 krachte es 21 Mal unter Beteiligung alkoholisierter Fahrer, 2007 15 Mal. Die Polizei will jedenfalls gegenhalten, trotz gestiegener Arbeitsbelastung und insgesamt weniger Personal.

Wer indes trotzdem promilleträchtig sein Blech nach Hause kutschieren will, sollte sich laut Hintereker vor Augen halten: Baut man mit 0,3 Promille einen Unfall, ist erst einmal der Führerschein weg. Grundsätzlich begeht man ab 0,5 Promille eine Ordnungswidrigkeit. Der Autofahrer, den man letztes Jahr mit über 3,7 Promille angehalten hat, musste sich mit weitaus weitreichenderen Konsequenzen auseinandersetzen.

An der Heinrichsallee wird unterdessen ein Auto nach dem anderen herausgewunken. „Eine spannende Angelegenheit mitten im Berufsverkehr. Schließlich bringen wir hier alles durcheinander”, schmunzelt der Einsatzleiter, als es gerade 17.15 Uhr ist. Bis 22 Uhr wird an diesem Freitag kontrolliert.

Der Direktionsleiter betont am Rande, dass dies keine „Abzockaktionen” seien. Man gehe nicht hin und schaue nach Verbandskästen, Warndreiecken, Profiltiefe oder solchen Dingen: „Hier geht es wirklich um die Bekämpfung der hauptsächlichen Unfallursachen.” Alkohol gehört eindeutig dazu. Lieber solle man aufs Taxi oder den Bus umsteigen.

Das Pärchen aus Lauenburg ist indes längst Richtung Bardenberg abgedüst. Beim Feiern werden sich die beiden alkoholtechnisch bestimmt zurückgehalten haben. Die Chance, in eine Polizeikontrolle zu fahren, ist dieser Tage ziemlich groß.
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