Große Umfrage: Super-Zeugnis für die Schulsozialarbeit

Von: Stephan Mohne
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Die Zufriedenheit der Schülerinnen und Schüler in Aachen ist hoch. Das gilt auch für das Lehrpersonal. Foto: imago

Aachen. Es ist ein hervorragendes Zeugnis, das der Schulsozialarbeit in Aachen da ausgestellt worden ist. Vor allem von jenen, für die die Schulsozialarbeiter da sind: den Kindern und Jugendlichen. Aber auch das Urteil von Lehrern und Fachkräften zu diesem Thema fällt überaus positiv aus.

Das ist das Ergebnis der ersten großen Überprüfung in Sachen Schulsozialarbeit. Diese ist in Form einer Umfrage über die Bühne gegangen. Was dabei herausgekommen ist, präsentiert die Verwaltung am 14. März dem Kinder- und Jugendausschuss sowie dem Schulausschuss in einer gemeinsamen Sitzung.

Schon die Zahl der Rückläufe der Fragebögen ist enorm. Von den angeschriebenen 23 Primarschulen – 22 Grund- und eine Förderschule – nahmen restlos alle teil. 2429 Fragebögen von Kindern der zweiten bis vierten Klassen – 88 Prozent der „Adressatengruppe“ – kamen zurück. In der Sekundarstufe I wurden zwölf Schulen angeschrieben, neun machten mit. Lediglich zwei Gesamtschulen und eine Förderschule taten dies nicht. 3108 Fragebögen kamen zurück, was rund 70 Prozent entspricht. Auch 566 Lehr- und Fachkräfte machten mit.

Enorm ist der Bekanntheitsgrad der Schulsozialarbeiter: 96 Prozent. Rund zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen gaben diverse Anlässe, Fragestellungen und Probleme an, mit denen sie sich an die Schulsozialarbeit wenden würden. 4000 Kinder und Jugendliche machten sage und schreibe 14 800 positive Aussagen wie „hat mich ernst genommen“, „hat mir geholfen“ oder auch „hat mich unterstützt, Lösungen zu finden“. Auch die Antworten der Lehrer fielen mit großer Mehrheit sehr gut aus.

3149 Kinder und Jugendliche sehen in Streit oder Konflikten einen Anlass für eine Kontaktaufnahme mit der Schulsozialarbeit. An 14 von 23 Primaschulen sowie an acht von neun weiterführenden Schulen existieren Streitschlichter- und Pausenhelferprogramme, um die sich oft die Schulsozialarbeit kümmert. 589 Kinder und Jugendliche sind demnach selber Streitschlichter oder Pausenhelfer. Wenn sie im Streit nicht mehr weiter wissen, wählt ein Großteil der Kinder und Jugendlichen die Fachkräfte der Schulsozialarbeit als Ansprechpartner. Auch die große Mehrheit der Lehrer spricht den Schulsozialarbeitern in Sachen Konfliktlösung, respektvollem Umgang sowie Gewalteindämmung eine wichtige Rolle zu.

Ein Thema ist dabei das Mobbing, heutzutage insbesondere via soziale Netzwerke (Cybermobbing). Nicht weniger als die Hälfte der Kinder und Jugendlichen gab an, dass es in ihrer Klasse schon einmal mindestens einen solchen Fall gab. Neun Prozent gaben an, selber aktiv am Mobbing gegen Mitschüler beteiligt gewesen zu sein, ebenfalls knapp neun Prozent (271 Kinder) gaben an, schon einmal Opfer gewesen zu sein. Als Ansprechpartner wuden am häufigsten die Lehrer genannt, gleich gefolgt von Schulsozialarbeitern – vor Eltern und Schulleitungen.

Die Lehrer setzen noch einen drauf und geben an: dass Schüler durch die Schulsozialarbeit beim Lernen unterstützt werden (71), sich in der Schule wohler fühlen (81), es weniger Störungen im Unterricht gibt (63), ein gutes Schulklima herrscht bzw. das Schulklima sich bessert (84) und noch einiges mehr. Bleibt dennoch ein Aber: 35 städtische Schulsozialarbeiter teilen sich 26 Vollzeitstellen. Sie arbeiten an 35 Schulen, darunter 22 Grundschulen, vier Gesamt-, drei Real-, drei Haupt- und zwei Förderschulen.

Jedoch gibt es nur an einem Gymnasium einen Schulsozialarbeiter, obwohl diese Schulform natürlich auch nicht frei von Konflikten und Cybermobbing ist. An zwei Gymnasien gibt es zumindest Beratungstage. An neun Schulen arbeiten zusätzlich noch elf über das Land finanzierte Kräfte. Dort hat man Lehrerstellen umgewandelt. Für mehr städtische Stellen fehlt indes das Geld. Oder doch nicht? Die Linke und die Grünen fordern vehement den Ausbau der Schulsozialarbeit.

Die Grünen wollen beispielsweise für jede Schule einen Sozialarbeiter: „Das lässt sich im Haushalt darstellen. Und jeder in diesen Bereich investierte Euro zahlt sich mehrfach aus“, sagt Grünen-Jugendpolitikerin Hilde Scheidt. Dass zu wenig Personal da ist, spiegelt sich auch in der Umfrage wider. Als einzig eher negativ bewerteter Punkt geben die Schüler die zeitlich eingeschränkte Erreichbarkeit an. Aber dafür können die Schulsozialarbeiter nichts. Das ist Sache der Politik.

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