Große Trauer um Herwig Faßbender

Von: Bernd Mathieu
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Aachen. Herwig Faßbender ist tot. Im Alter von 73 Jahren starb der bekannte Aachener Journalist vor wenigen Tagen nach langer und schwerer Krankheit.

Herwig Faßbender war über Jahrzehnte Redakteur der „Aachener Volkszeitung“ und der „Aachener Zeitung“. Er trug Verantwortung in der Politik-Redaktion, war sechs Jahre Leiter der Lokalredaktion Aachen, dem größten Ressort der Zeitung, und gestaltete verantwortlich die Redaktion für den Kreis Aachen.

Natürlich war der schlanke, 1,97 Meter große Mann Aachener mit Leib und Seele, von Geburt und Geblüt! Am Kaiser-Karls-Gymnasium machte er sein Abitur und studierte Germanistik und Philosophie in Köln. Als Student war er Deutscher Hochschulmeister im Basketball. Nach dem Staatsexamen kam er nach Aachen zurück und wurde Journalist, ein ebenso politischer wie präzise recherchierender, ein ebenso nachdenklicher wie klar pointiert formulierender. Er gehörte zu den Gesichtern dieser Redaktion. Er hatte etwas zu sagen, wenn er schrieb. Und das prägte seine eigene, seine unverwechselbare Handschrift, die aus mancher sonstigen Unverbindlichkeit diverser Zeitgenossen wohltuend hervorstach.

Er ließ sich nicht einlullen von oberflächlichen und zuweilen gezielten Aufgeregtheiten, positiv aufregen konnte er sich vielmehr über Ungerechtigkeiten, über Gleichgültigkeit, über Gedankenlosigkeit. Er machte es sich nie bequem und nie behaglich. Er ließ sich nicht ablenken von dem penetranten Gehabe eigentlich unbedeutender Ereignisse, die inszeniert werden von sich bedeutsam haltenden Zeitgenossen. Er schaute genau hin. Er verglich. Er war, wie es sich für jeden guten Journalisten gehört, neugierig. Er war angriffslustig und unerschrocken. Das zeichnete seine Art von Journalismus aus. Und dazu passte sein Lebensmotto „Nimm dich nicht so wichtig!“

In vielen Ehrenämtern aktiv

Und er engagierte sich. Für seine Redaktion und in Ehrenämtern. Er war keiner, der nach Feierabend in den Nebel der Unverbindlichkeit abtauchte, sondern jemand, der sich einsetzte, mitgestaltete, keiner, der nörgelte, sondern einer, der veränderte, wo es nötig war, und bewahrte, wo es sinnvoll schien. Viele Jahre war er Vorsitzender des Tierschutzvereins Arche Euregio Aachen, engagierte sich im Vorstand der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Aachen und war auch feinsinniger Literat und Elferrat des Aachener Karnevalsvereins (AKV). An der Grundschule Gut Kullen setzte er sich für sein Herzensprojekt „Jute“ („Jugend trifft Erfahrung“) ein und förderte Kinder, die das Lerntempo nicht mithalten konnten.

Auf Wunsch des Verstorbenen findet die Beisetzung im engsten Familienkreis statt.

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