Große Trauer: Prosper Brüderlin im Alter von 80 Jahren gestorben

Von: Manfred Kutsch
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Sein Herz schlug für Aachen und die Aachener: Prosper Brüderlin ist am vergangenen Samstag im Alter von 80 Jahren gestorben. Foto: Jaspers

Aachen. Sein unverwechselbares Lächeln auf den Lippen und Strahlen in den Augen, die Stimme, die nie laut werden musste, um eindringlich zu sein. Sein Auftreten: distinguiert, präsent, zugewandt. Die Begegnungen mit dem Grandseigneur des Goldschmiedehandwerks werden vielen Menschen fehlen. Prosper Brüderlin ist tot.

Er hinterlässt Ehefrau Gerda, Tochter Anne Common mit Ehemann Felix und die Enkelkinder Frederic (14) und Justus (11).

Als der 80-jährige Ehrenobermeister der Innung – Motor ungezählter Initiativen für Aachen – am vergangenen Samstag nach schwerer Krankheit die Augen schloss, gab sich der Sommer 2016 ein erstes Stelldichein. Der Verdacht drängt sich auf: Selbst die Sonne wollte sich von ihm verabschieden. Das hatte sich Prosper Brüderlin verdient, dessen lateinische Wurzeln des Vornamens („glücklich“, „erwünscht“) für ihn auch wegweisend waren. So fiel ein letzter Strahl auf ein Leben, das von Engagement und Weitblick, Fleiß und menschlicher Wärme geprägt war.

Leidenschaftlicher Netzwerker

Die Trauer um den leidenschaftlichen Netzwerker teilen zahlreiche Aachener Institutionen und Vereine, allen voran die Innung, die der Bundesverdienstkreuzträger 17 Jahre lang als Obermeister angeführt hatte – und gleichzeitig im Landesvorstand vertreten war.

Und natürlich trauert die IG Domviertel, die ihm am Standort seines 176 Jahre alten Familienunternehmens in der Schmiedstraße besonders am Herzen lag. Seit 1958 führten die Eheleute Brüderlin, seit 2001 gemeinsam mit Tochter Anne, das schmucke, renommierte Geschäft. Dort formte der filigrane „Herr der Ringe“ aus Gold, Silber und Edelsteinen ausschließlich Unikate für eine bis heute zum Teil auch weit angereiste Kundschaft an.

Sein Leitfaden dazu war wider den Zeitgeist schneller Online-Geschäfte und großer Einkaufszentren: „Man muss einen langen Atem haben. Der Direkterfolg ist zwar leichter, aber nicht dauerhaft“, lautete eine seiner Devisen für den Einzelhandel. Die andere: „Mein Credo ist: schicke Auslagen, fantasievolle Dekoration, Freundlichkeit und noch mal Freundlichkeit und qualifizierte Beratung.“

Ungezählt sind auch Brüderlins Verdienste und Spuren im Rathausverein, in der Erholungsgesellschaft, der CDU-Mittelstandsvereinigung, in der IHK und der Pfarre St. Foillan. Zu seinem 80. Geburtstag im Sommer 2015 – bei strahlendem Sonnenschein – ließ er seine Sorge nicht unerwähnt, „dass der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft so schrumpft“. Aber Klagen war nicht sein Elixier. Eher der positive Blick in die Zukunft – und auf das eigene Leben, so kurz es auch nur noch währen sollte. „Ich weiß jeden Tag zu schätzen und freue mich über die Begegnungen mit Freunden und Nachbarn beim frühmorgendlichen Brötchenholen“, sagte Pros-per Brüderlin.

Gläubiger Katholik

Dabei kam er auf den Glauben zu sprechen – und sein Schaffen und Wohnen im Schatten des Doms. Seine mit Bedacht gewählten Worte waren typisch für ihn: „Ich bin ein zutiefst gläubiger Katholik und habe ein Herz für alle anderen Religionen.“ Feste Überzeugung und zugewandte Toleranz – auch daraus formte Prosper Brüderlin einen Ring, mit dem er unseren aufgeregten Zeiten begegnete. Diesen Ring hinterlässt er allen, die ihn kannten.

Der Trauergottesdienst wird am Donnerstag, 12. Mai, um 10 Uhr in der Kirche St. Laurentius in Laurensberg gehalten. Anschließend findet die Beisetzung statt.

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